GEO schützt den Regenwald e.V.

Wilde Bohne in die Tasse

Der Kaffee aus der äthiopischen Kaffa-Region gehört zu den erlesensten Sorten der Welt
In diesem Artikel
"Wilde Bohne"
Wildkaffee schützt den Regenwald
Interview mit Weltrekordläufer Haile Gebrselassie

"Wilde Bohne"

Die Bauern von Araba Kasha, von Kajakela oder Mankira im Südwesten des äthiopischen Hochlandes sind alles andere als reiche Leute. Was sie anbauen, verzehren sie selbst; verkaufen können sie wenig. Deshalb fehlt ihnen Geld für das Nötigste. Und doch leisten sich diese Bauern tagtäglich einen ungewöhnlichen Luxus: Sie trinken den exklusivsten Kaffee der Welt - Wildkaffee, der nur in den Regenwäldern Äthiopiens gedeiht.

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"Wilde Bohne"

Nie hat es solche Wildsorten außerhalb der äthiopischen Provinz Kaffa zu kaufen gegeben. Seit 2003 importiert "GEO schützt den Regenwald" diese Spezialität gemeinsam mit dem Team der Firma "Original Food" aus Freiburg. Unter den Namen "Kaffa" werden seither drei verschiedene Sorten auf dem hiesigen Markt angeboten. "Sie haben alle Eigenschaften, die man von Spitzenkaffees erwarten kann, in einer einzigen Sorte", sagt der Hamburger Kaffeeröster Jens Burg.

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Wildkaffee ist besonders aromatisch

Kein Plantagengewächs

Kaum ein Plantagengewächs kann ein solches Aroma vorweisen. Denn im Wald, unter dem Schatten großer Bäume bleiben die Erträge niedrig. Zudem wachsen dort die natürlicherweise an den jeweiligen Standort angepassten Sorten. Genau wie Trüffel andere Aromen als Supermarkt-Champignons hervorbringen, lässt sich der Geschmack von Wildkaffee kaum mit dem des hierzulande üblichen Automaten-Suds vergleichen.

Vielfalt der Sorten

Wie bei gut gehegten Reben, die je nach Boden und Lage einen anderen Wein hervorbringen, schmecken auch die Kaffeesorten aus den unterschiedlichen Waldgebieten alle verschieden. Manche fruchtig, andere kräftig herb, wieder andere leicht und blumig. Die besten Sorten ernten nach Expertenmeinung die Bauern in dem Projektgebiet von "GEO schützt den Regenwald" in der Region von Bonga.

Faire Preise

Dieser Kaffee hätte das Potenzial, die bedrohten letzten äthiopischen Regenwälder zu retten. Weil nämlich die Bauern von Kaffa keinen Zugang zum internationalen Markt und damit zu höheren Preisen für den handgepflückten Wildkaffee hatten, hatten sie kaum eine Alternative zur Rodung des verbliebenen Waldes. Jetzt erhalten sie für den Wildkaffee von "GEO schützt den Regenwald" einen so guten Preis, dass der Wald zu einem Geldbringer wird. Und den wird ein äthiopischer Bauer gewiss nicht abholzen.

Wildkaffee schützt den Regenwald

Der Kaffa-Wildkaffee ist nicht nur ein Kaffee, für den ein fairer Preis bezahlt wird. Er ist auch ein reines Naturprodukt, bei dem weder Pestizide noch chemische Düngemittel zum Einsatz kommen. Und weil er nur im Wald und nicht auf Plantagen wächst, wird das Trinken von angemessen bezahltem Wildkaffee indirekt zum Naturschutz.

Tausende Familien werden profitieren

Mittlerweile haben 6800 Kleinbauern, die den Wildkaffee pflücken durch das Projekt eine neue wesentliche Einkommensquelle. Damit die Erzeugung internationalen Standards genügt, trägt der wild gesammelte Kaffee seit der Ernte 2006/07 nicht nur das Biosiegel, sondern auch das von neutraler Stelle überwachte Zertifikat für soziale Nachhaltigkeit und fairen Handel.

Spenden willkommen

Gemeinsam mit seinen Projektpartnern setzt sich "GEO schützt den Regenwald e.V." auch für modernes Waldmanagement durch die ansässigen Gemeinden und Familienplanung ein. Mit der Vermarktung des Kaffees bilden sie die Basis für erfolgreichen Naturschutz und den Erhalt der einzigartigen Kaffeewälder. Zudem ist ein Biosphärenreservat in Planung: Kafa Coffee Biosphere Reserve. Das erste in Äthiopien und das einzige Kaffeebiosphärenreservat weltweitl.

Bundesweites Vertriebsnetz

Der Kaffee ist in Spezialitäten-Geschäften erhältlich, sowie über den Online-Vertrieb von

Interview mit Weltrekordläufer Haile Gebrselassie

Der 1,65 Meter große Äthiopier Haile Gebrselassie, 30, dürfte der berühmteste Mann Äthiopiens sein. Der Star unter den Langstreckenläufern hat 16 Weltrekorde aufgestellt, acht Olympiamedaillen gewonnen und war von 1993 bis 2001 auf der 10000-Meter-Strecke unbesiegt. Haile Gebrselassie lebt in Addis Abeba.

GEO: Die Organisation "GEO schützt den Regenwald" vermarktet ab sofort Wildkaffee aus den äthiopischen Wälder, um den Kleinbauern ein vernünftiges Einkommen zu garantieren und um die einzigartige Natur zu schützen. Was halten Sie von dieser Idee?

Haile: Großartig! Unser Land hat wenig zu exportieren. Wildkaffee ist ein hervorragendes Produkt, das es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Und damit können unsere Bauern wirklich etwas verdienen und sich damit selbst weiter helfen.

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GEO: Warum ist Äthiopien so ein armes Land?

Haile: Unter anderem, weil für den Kaffee nichts mehr bezahlt wird. Die Bauern verstehen nicht, warum sie kein Geld mehr für ihr gutes Produkt bekommen. Ein Kaffee, der ein einzigartiges blumiges Aroma hat. In Äthiopien leben 700 000 Kleinbauern-Familien vom Kaffeeanbau. Und jetzt gehen viele einfach bankrott, haben kein Geld mehr, um ihre Kinder auf die Schule zu schicken. Außerdem hat die letzte Dürre die Situation sehr verschärft. Das größte Problem aber ist, dass die Bauern das Land, das sie bewirtschaften, nicht besitzen. Es gehört offiziell dem Staat und deshalb investieren sie nichts in das Land.

GEO: Was kann und soll die internationale Gemeinschaft für ein Land wie Äthiopien tun?

Haile: Viele Entwicklungsprojekte kranken daran, dass die Planer aus den reichen Ländern uns irgendetwas Teures verkaufen wollen. Wir brauchen Hilfe für wichtige, Grund legende Dinge, die wir nicht selbst finanzieren können: Für Bildung, für Schulen; für einfache Landmaschinen; für die Infrastruktur, für Straßen und Stromversorgung.

GEO: Welches Bild haben Fremde von Ihrem Land?

Haile: Krieg, Armut, Hunger, Krankheit.

GEO: Und wie sieht es wirklich aus?

Haile: Äthiopien ist ein fantastisches Land. Wir haben wunderschöne Landschaften - Gebirge, das Rift Valley, die Nilfälle. Wer weiß schon, dass es bei uns Regenwälder gibt und eine einzigartige Tierwelt? Wir haben eine uralte Kultur mit den orthodoxen Kirchen und den alten Königs- und Kaiserstädten im Norden. Wir haben die Kaffeekultur erfunden. Wir haben schöne und freundliche Menschen. Wir haben ein angenehmes Klima, sonst würde ich hier nicht trainieren. Aber wie viele Touristen kommen zu uns? Bei uns leben Christen und Moslems friedlich nebeneinander. Solche Länder gibt es wenig auf der Welt. Wir Äthiopier müssen lernen, stolz auf unser Land zu sein. Dann können wir es auch besser vermarkten. Dass "GEO schützt den Regenwald" jetzt Reisen nach Äthiopien anbietet, ist eine sehr gute Idee.

GEO: Was können wir Deutschen von den Äthiopiern lernen?

Haile: Geduld.

GEO: Kennen sie als reicher Sportler überhaupt das Leben und die Probleme der armen Bauern?

Haile: Ich stamme aus einer Familie mit zehn Kindern. Wir haben in einer Lehmhütte in der Provinz Arssi, im Hochland gelebt. Sobald ich gehen konnte, musste ich Schafe und Ziegen hüten. Meine Eltern haben damals ein kleines Stück Land beackert. Zur nächsten Wasserstelle waren es zwei Stunden und mein Schulweg war zehn Kilometer weit. Das war ein hartes, für uns ganz normales Leben. Aber damals habe ich mich an das Laufen gewöhnt. Man muss lernen, alles zu geben. Meine armen Landsleute haben gar keine andere Möglichkeit, als dies zu tun. Aber viele von ihnen sind so desillusioniert, dass sie sich keine Ziele setzen. Als Sportler weiß ich, dass man Ziele braucht. Das gilt für jeden Menschen. Aber auch ein Land braucht Ziele.

GEO: Mit Ihrem Ruf in Äthiopien hätten Sie es leicht, in die Politik zu gehen. Jeder würde Sie zum Präsidenten wählen. Interessiert Sie das?

Haile: Ich möchte ein Vorbild für die Jugend sein. Am einfachsten geht das im Moment, indem ich Rennen gewinne. Erst einmal will ich noch bis 2008 laufen. Aber danach kann ich mir sehr gut vorstellen, Politiker zu werden. Es muss ja nicht gleich Präsident sein. Mich interessiert nicht die Macht.

GEO: Was stünde auf Ihrem Arbeitsplan als Politiker?

Haile: Die Armut bekämpfen. Wenn ich laufe, geht mir das immer durch den Kopf. Unser Land kommt nicht voran, wenn wir das Problem der Armut nicht lösen.

GEO: Wären Sie bereit, Ehrenmitglied von "GEO schützt den Regenwald" zu werden, und den Wildkaffee aus Kaffa zum Nutzen der Kleinbauern zu propagieren?

Haile: Das ist eine große Ehre für mich. Ich werde meinem Land helfen wo immer es geht.

Interview: Reiner Klingholz