GEO schützt den Regenwald e.V.

Ecuador: Schutz der Bergregenwälder

Im Westen Ecuadors sind nur noch vier Prozent der ursprünglichen Regenwälder erhalten. Und selbst die sind von Abholzung bedroht und damit in akuter Gefahr. "GEO schützt den Regenwald e.V." setzt sich für die Erhaltung dieses Naturraums ein

Etwa 100 km nordwestlich von Ecuadors Hauptstadt Quito befindet sich der Bezirk Cotacachi, der bislang erste und einzige „Ökologische Bezirk“ Südamerikas. Seit dem Jahr 1997 beteiligt sich die dortige Bevölkerung intensiv an politischen Entscheidungen: Ein Mal jährlich treffen sich die Delegierten und entscheiden über Grundsatzfragen und Entwicklungsvorhaben, berufen Arbeitsgruppen ein und initiieren Projekte. In diesem Bezirk befindet sich das Projektgebiet von „GEO schützt den Regenwald e.V.“, „Defensa y Conservación Ecologica de Intag“ (DECOIN) und LichtBlick. Es ist das Tal des Flusses Cristopama an der Grenze des Intaq zum Cotacachi-Cayapas-Naturreservat.

Bis vor 25 Jahren waren die steilen Hänge des Bergregenwalds in diesem Tal noch unberührt. Doch seit etwa 10 Jahren brennen die Bauern den Wald auch hier nieder, plündern ihn illegale Holzfäller, soll er Minen für die Gewinnung von Edelmetallen weichen. DECOIN, die wichtigste Umwelt- und Entwicklungsorganisation im Intag, konnte bislang größere Schäden verhindern, vor allem weil sie der Bevölkerung neue Einnahmequellen erschloss.

Dieser Weg soll im Rahmen des gemeinsamen Projekts weiter beschritten werden: Effektivere Landbaumethoden und ertragreichere Früchte, neue Kleingewerbe und Öko-Tourismus sollen neue Einkommensquellen erschließen. Zugleich sollen Waldflächen unter Schutz gestellt und so die Wasserversorgung der Dörfer gesichert werden.

Ein besonders wichtiger Stellenwert wird der nachhaltigen Wasserwirtschaft beigemessen, da überall dort, wo durch fehlende Baumwurzeln das Erdreich nicht gehalten werden kann, die Böden austrocknen und die Ernten verdorren, aber auch sauberes Trinkwasser knapp wird. Die Gemeinde Cuellaje hat in diesem Sinne einen Anfang gemacht, mit Projektmitteln fünf Quadratkilometer Wald gekauft und zum Wasserschutzgebiet erklärt. In den nächsten Jahren sollen weitere Gemeinden diesem Beispiel folgen und Regenwald aufkaufen, sodass schließlich ein Netz aus geschützten Wassereinzugsgebieten entsteht. Das Besondere dabei ist, dass die Bewohner der zukünftigen Schutzgebiete selbst individuelle Aufforstungs- bzw. Schutzprogramme entwickeln.

Ein anderes Teilprojekt, das von LichtBlick finanziert und von DECOIN umgesetzt wurde, ist der Gemeinschaftsladen am berühmten Indianermarkt „Poncho Market“ in der Provinzhauptstadt Otavalo. Dort werden von Frauengruppen aus dem Intag regionale Produkte, wie Seife und Shampoo aus Regenwaldpflanzen, Kunsthandwerk und Gebrauchsgegenstände aus Sisal, verkauft.

Da der Wald den Gemeinden und damit seinen Einwohnern gehört, hat sich außerdem ein für ecuadorianische Verhältnisse ungewöhnlicher Nebeneffekt entwickelt: Engagement. Die Menschen vertreiben illegale Holzfäller oder scheinbar übermächtige Konzerne aus ihrem Wald, ihrer Lebensgrundlage!