Biologie: Der Teufel ist eine Ameise

In Bäumen lebende Ameisen vergiften umstehende Pflanzen, die ihren Wirtsbaum am Wachstum hindern würden

Mitten im artenreichen Regenwald des Amazonasgebiets stehen die "Teufelsgärten". So nennen die Einheimischen Gebiete innerhalb des Regenwaldes, in denen nur eine einzige Baumart wächst: Duroia hirsuta. Aber es ist nicht der Teufel, der das Wachstum aller anderen Pflanzen in dieser Region unterdrückt - sondern die Ameisenart Myrmelachista schumanni, welche in Hohlräumen von Duroia-Stämmen nistet. Dies hat jetzt ein Team um die Biologin Megan Frederickson von der Universität Stanford entdeckt.

Die Ameisen greifen andere Pflanzenarten an, indem sie kleine Löcher in deren Blätter beißen und Ameisensäure injizieren. Zu dieser Erkenntnis sind die Forscher durch ein Experiment gelangt: Sie pflanzten Zedern der Spezies Cedrela odorata innerhalb der "Teufelsgärten" und schützten einen Teil von ihnen durch eine Barriere vor den Ameisen. Während die behüteten Bäume gediehen, war das Blattgewebe der ungeschützten Exemplare bereits nach 24 Stunden stark geschädigt, nach fünf Tagen hatten die Pflanzen fast alle ihre Blätter verloren.

Die Wissenschaftler zeigten in ihren Versuchen zum ersten Mal, dass Ameisen ihre Partnerpflanzen nicht nur gegen äußere Feinde verteidigen, sondern ihnen sogar aggressiv per Pflanzengift Platz verschaffen. So breitet sich der Duroia-Bestand pro Jahr um circa 0,7 Prozent aus. Legt man diese Rate zugrunde, dürfte der größte der untersuchten "Teufelsgärten" bereits vor 800 Jahren entstanden sein. Allein mit seiner Pflege ist heute eine große Kolonie von schätzungsweise drei Millionen Arbeiterinnen und 15000 Königinnen beschäftigt.

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