Wer ist Torsten Lubenow? Und was macht er im Dschungel Ecuadors?

Im Rahmen seiner Diplomarbeit kartiert der Geographiestudent ein Gebiet im Regenwald - und leistet damit zugleich wertvolle Vorarbeit für ein Projekt von "GEO schützt den Regenwald e.V."

Zu den Hintergründen: Eines der erfolgreichsten Projekte von "GEO schützt den Regenwald e.V." ist das Kaffeeprojekt in Bonga, Äthiopien. Dort befindet sich die Kinderstube aller Kaffeesorten der Welt, mit einer enormen Biodiversität, wie sie nur dort zu finden ist. Das Waldgebiet in Äthiopien ist durch unkontrollierte Abholzung auf einen kläglichen Rest geschrumpft, den es schnell zu retten galt. Also suchte man nach Möglichkeiten der örtlichen Bevölkerung ein verlässliches Einkommen zu verschaffen, um deren Abhängigkeit vom illegalen Holzeinschlag zu verringern.

Der Wildkaffee war die Lösung. Die Einführung der Spezialiätenkaffeesorte "Wildkaffee" in Deutschland und der Schweiz, die nur aus den Bohnen aus dem Bonga Forest besteht, ermöglichte einen fairen Handel mit den Regenwaldbauern. Auf diese Weise ist für ungefähr 10.000 Menschen eine Einkommensquelle geschaffen worden. Diese Menschen müssen nicht mehr aus der Not heraus den Wald vor ihrer Haustür abholzen. Im Gegenteil: Der Kaffee wächst in diesem Wald und ist die wichtigste Geldeinnahmequelle, was sie nun zu aktiven Regenwaldschützern macht.

Die positiven Erfahrungen aus diesem Projekt veranlassten die Verantwortlichen von "GEO schützt den Regenwald e.V." dazu, ein ähnliches Projekt in einer anderen Region der Welt zu suchen. In Ecuador wurden sie fündig, denn von hier stammt die lokale Kakaosorte "Cacao Nacional", die sich durch ihr besonders intensives Aroma auszeichnet und sich hervorragend für die Herstellung einer Schokoladenspezialität eignet. Die Kakaopflanze gedeiht am besten unter dem Blätterdach von Urwaldriesen und hat die Eigenschaft, den Boden zu verbessern. Darum eignet sich Kakao besonders für die Wiederaufforstung verlorener Waldflächen. Zusätzlich bietet Kakao eine verlässliche Geldquelle für die Leute vor Ort. Dies verringert deren Notwendigkeit, Geld bei der "Bank der Natur" abzuheben, sprich: Bäume zu fällen, um fällige Rechnungen begleichen zu können. Nun läuft dieses Projekt an und es kann pünktlich zu Weihnachten 2006 mit der Markteinführung einer "Regenwaldschokolade" gerechnet werden, die auf demselben Wege vermarktet werden soll, wie der Wildkaffee.

In Ecuador arbeitet "GEO schützt den Regenwald e.V." mit der Organisation Kallari zusammen, die von den indigenen Kichwas geleitet wird. 22 Gemeinden (Comunidades) in der Region Tena im amazonischen Regenwald gehören Kallari an.

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Im Regenwald von Ecuador, nahe der Stadt Tena, liegt das Einsatzgebiet von Torsten Lubenow

Drei Monate im Dschungel

Torsten ist 27 Jahre alt und studiert in Hamburg Geographie. Zur Zeit schreibt er an seiner Diplomarbeit. Im Rahmen seines Studiums absolvierte er ein 9-monatiges Praktikum bei dem Verein "GEO schützt den Regenwald e.V." Vom Verein bekam er das Angebot, seine Diplomarbeit in einem der Waldschutzprojekte zu schreiben. Schon bald wurde klar, in welchem Projekt die Hilfe eines angehenden Geographen benötigt wird: Im brandneuen Kakaoprojekt in Ecuador.

Ob ein solches Projekt ein Erfolg wird, ist oft nur schwer zu ermitteln. Hier kommt die Diplomarbeit von Torsten ins Spiel. Seine Aufgabe besteht nämlich darin, eine Karte des Kallarigebietes zu erstellen und so ein Monitoring der Fläche zu ermöglichen. Dafür hat er drei Monate Zeit. Seit Ende Juni läuft er nun fast täglich mit seinem GPS-Gerät durch die Landschaft Ecuadors und kartiert den Regenwald. Dabei stößt er aber nicht nur auf unwegsames Gelände, auch die Mentalität der Menschen bereitet ihm dann und wann Kopfzerbrechen. Seit Beginn seiner Reise berichtet er wöchentlich über seine Erlebnisse und Eindrücke aus Ecuador. Ein Land, das mitunter überraschend anders ist.

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Dschungel-Tagebuch
Dschungel-Tagebuch
Für "GEO schützt den Regenwald e.V." kartierte Torsten Lubenow ein Stück unzugänglichen Regenwald in Ecuador. Seine Arbeiten sind nun abgeschlossen. In einem abschließenden Bericht blickt er auf seine abenteuerliche Zeit in Südamerika zurück
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