Politik: Verändertes Klima

Die Bilanz der "Climate Change Conference" der Vereinten Nationen fällt eher schmal aus

Einen Erfolg zumindest hatte die Weltklimakonferenz vom 6. bis 17. November 2006 in Kenia zu verzeichnen: Nach den "Nairobi Rahmenbedingungen" soll Afrika künftig stärker vom "Clean Development Mechanism"-Programm (CDM) profitieren. Dabei investieren Industriestaaten in Projekte, die Treibhausgase in Entwicklungsländern reduzieren.

Beide Seiten haben Vorteile: Die Industrieländer können sich die Ersparnis auf ihre CO2-Bilanz anrechnen lassen; die Entwicklungsländer erhalten moderne Umwelt- und Energie-Technologie. Vor Nairobi waren nur elf von 411 solcher Kooperations-Projekte in Afrika angesiedelt. Dabei sind hier die Auswirkungen des Klimawandels bereits besonders stark zu spüren. Wüsten breiten sich weiter aus und verschlucken fruchtbares Land, Überflutungen in Küstennähe gefährden die Infrastruktur, und Dürren lassen Ernteerträge sinken. Statt für wirtschaftliche Entwicklung müssen arme Länder mehr und mehr Gelder für die Bekämpfung der Folgen des Klimawandels ausgeben.

Über verschärfte CO2-Reduktionsziele konnten sich die Delegierten in Nairobi vorerst nicht einigen. Vor allem die US-Delegierten - Vertreter des größten Klimasünders - beharrten auf ihrer generellen Ablehnung. Doch die Front bröckelt längst. 330 US-amerikanische Städte haben sich bereits den noch bis 2012 geltenden "Kyoto"-Zielen angeschlossen. Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger will "beim Kampf gegen die Erderwärmung nicht auf die Bundesregierung warten". Und die USSenatoren Barbara Boxer, Jeff Bingarman und Joseph Lieberman haben an Präsident Bush geschrieben: "Wenn der 110. Kongress im Januar zusammentritt, verpflichten wir uns, an einem effektiven System verbindlicher Begrenzung der Treibhausgase zu arbeiten."

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