Regenwaldprojekt: Nutzen und schützen

Wie bewahrt man die Regenwälder in dicht besiedelten Weltregionen? Die Frage stellt sich rund um den Globus, denn gerade in armen Ländern mit hohem Bevölkerungswachstum herrscht ein permanenter Konflikt zwischen Landnutzung und Naturschutz. Mit welchen Argumenten aber soll man mittellose Kleinbauern davon abhalten, ein Stück Wald zu roden, um darauf ein paar Feldfrüchte für sich und ihre Familien anzubauen?

Ökonomen empfehlen, den Ackerbau effizienter zu betreiben, damit sich aus dem vorhandenen Land mehr erwirtschaften lässt. Zudem gelte es, andere, wertschöpfende Beschäftigungen für die Bauern zu finden, um sie unabhängiger von den oft schwankenden Erträgen der Landwirtschaft zu machen.

Genau diesen Ansatz verfolgt auch die Initiative "GEO schützt den Regenwald" mit ihren weltweiten Projekten in tropischen Ländern. Bereits zum dritten Mal ist es jetzt gelungen, in einer Region ein hochwertiges Produkt zu finden, das sich zu einem guten Preis international vermarkten lässt und den Bauern ein zusätzliches Einkommen garantiert. Nach dem einzigen Wildkaffee der Welt (geerntet im äthiopischen Bonga Forest in der Provinz Kaffa) und dem "Cacao Nacional" aus dem ecuadorianischen Amazonasgebiet (lesen Sie dazu: "Zurück zum Urgeschmack" in GEO 12/2006) wird nun ein außergewöhnlicher schwarzer Tee aus dem nepalesischen Himalaya nach Deutschland importiert. Er wächst am Südhang des schnee- und eisbedeckten Annapurna-Massivs im größten Naturschutzgebiet des Landes, der Annapurna Conservation Area, wo "GEO schützt den Regenwald" in der Vergangenheit verschiedene Entwicklungsprojekte unterstützt hat.

Die Bergbauern von Siklis kultivieren den Tee in einer Höhe von 1500 bis 1800 Metern im Terrassenanbau - ökologisch und ohne Kunstdünger oder Pestizide zu verwenden. Sie pflücken die Knospe und die beiden obersten Blätter der Sträucher und fermentieren sie vor Ort zu schwarzem Tee. Ähnlich wie in Indien liefern die kühlen Hochlandlagen beste Aromatees mit feinen, sehr würzigen Noten. Doch anders als in Indien gibt es am Annapurna keine großen Plantagen, sondern nur kleine Teegärten, die von Kooperativen oder Dorfgemeinschaften betrieben werden.

Da Nepal obendrein als Binnenland keine Häfen besitzt und der Export entsprechend aufwendig ist, gelangen nur geringe Mengen in den Handel. Der Annapurna-Tee ist also eine echte Rarität. Der Tee wird wie der Wildkaffee und die Ecuador-Edelschokolade aus den Projekten von "GEO schützt den Regenwald" über die Freiburger Firma "Original Food" vertrieben (www.originalfood.de). Bezugsquellen finden sich ebenfalls auf der GEO-Homepage unter www.regenwald.de

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