Pflanzenökologie: Ein Vorgeschmack auf die Zukunft

Treibhausgase verändern nicht nur das Wetter, sondern auch das Pflanzenwachstum

In Zukunft könnte Teig zu krümelig sein, um daraus Brot zu backen. Und auch das Bier wird vielleicht nicht mehr richtig schäumen. Zu diesem Szenario gelangten der Pflanzenökologe Andreas Fangmeier und seine Kollegen von der Universität Hohenheim, als sie in Klimakammern Pflanzen einer mediterranen Witterung und einem Luftgemisch mit stark erhöhtem Kohlendioxidanteil aussetzten - so wie es Prognosen für die hiesige Luft in 50 Jahren annehmen. Mehr CO2 wirkt auf Pflanzen zunächst keineswegs schädlich, sondern regt sogar das Wachstum an. Daher begasen Landwirte Gewächshäuser mit Kohlendioxid, um die Erträge zu steigern. Doch um den Preis, dass der Gehalt der Pflanzen an Aroma und Nährstoffen zu wünschen übrig lässt. Durch den Klimawandel könnte dieser Effekt auch auf Äckern im Freiland eintreten.

Im Feldversuch der Forscher, unter anderem mit Weizen und Gerste, waren die Folgen nämlich einschneidend. Der künstliche Klimawandel griff unmittelbar in den Stoffwechsel der Pflanzen ein: Die Körner der untersuchten Arten wiesen geringere Proteingehalte auf, was negative Folgen für die Verwendung als Brotoder Braugetreide erwarten lässt. Auch Kartoffeln wiesen weniger Proteine auf. Zurzeit untersucht Fangmeier, wie Tomaten, Soja und Raps auf den Klimawandel reagieren. Doch für ihn steht fest: "In 50 bis 100 Jahren werden die heutigen Sorten nicht mehr die Qualität liefern, die wir brauchen." Es würden daher neue oder veränderte Pflanzenarten benötigt.

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