Art-Entstehung: Evolution ohne Väter

Rädertierchen vermehren sich als Klone. Trotzdem gibt es genetische und anatomische Unterschiede

Auch ohne Sex kommt die Evolution voran. Dieses Fazit zieht ein Team von italienischen und britischen Biologen nach Untersuchungen von Rädertierchen der Klasse Bdelloidea. Obwohl sich die wenige Zehntelmillimeter großen Wassertierchen seit 40 Millionen Jahren nur ungeschlechtlich vermehren, haben sie unterscheidbare Gruppen gebildet, die man sogar als Arten bezeichnen könnte. Diego Fontaneto von der Universität Mailand und sein Forscherteam haben weltweit Proben von Bdelloidea-Rädertierchen gesammelt. Die Winzlinge existieren nur als Weibchen und vermehren sich mit unbefruchteten Eiern - ein Phänomen, das als Jungfernzeugung oder Parthenogenese bekannt ist.

Doch obwohl den Nachkommen das väterliche Erbgut fehlt, unterscheiden sie sich genetisch, wie die Forscher feststellten. Durch Vergleiche von Gensequenzen rekonstruierten sie für die Gattung Rotaria sogar einen Stammbaum. Die Evolution kann offenbar auf Männer verzichten.

GEO.de Newsletter