Audio: Die Experten stellen sich vor

Das CmarZ-Forscherteam der Polarstern setzt sich aus 27 Zooplanktologen zusammen. Die Experten stammen aus elf Nationen, darunter Chile, Deutschland, Großbritannien, Japan, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Polen, Spanien und den USA. Sie alle arbeiten weltweit für 18 wissenschaftliche Institute. So vielfältig wie das Expertenteam sind auch die Forschungsobjekte. Sie reichen von kleinen Ruderfußkrebsen, Leuchtgarnelen, Muschelkrebsen, Pfeilwürmern bis zu Tiefseefischen. Neben klassischen Taxonomen untersuchen Genetiker direkt an Bord das Erbgut der gefangenen Tiere. So können sie auf sicherem Wege bestimmen, zu welcher Art ein Organismus zählt
In diesem Artikel
Rubén Escribano

Sigrid Schiel

Professorin für biologische Meereskunde vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven

Als Fahrtleiterin der Expedition zu kleinen Tieren in großen Tiefen stellt sie das Wissenschaftlerteam zusammen und plant die Logistik dieser Überfahrt. Auf hoher See ist sie das wichtigste Bindeglied zwischen Besatzung und Forscherteam. Ihr Lieblingstier: der Ruderfußkrebs.

Ann Bucklin

Professorin für Zoologie vom Department of Marine Sciences an der University of Connecticut in Groton, USA

Im Jahre 2000 startete die Zoologin und Genetikerin mit einer Idee - eine genetische Datenbank anzulegen, in der das Erbgut aller Zooplanktonarten dieser Weltmeere erfasst und für kommende Zeiten bewahrt werden würde. Heute koordiniert die Forscherin die weltweit größte Arteninventur dieser winzigen Organismen im Ozean, das Census of Marine Zooplankton (CmarZ)-Projekt.

Martin Angel

Ehemaliger Direktor des Department of Biological Oceanography am Institute of Oceanographic Science in Southampton, Großbritannien

Ist einer von nur vier Experten weltweit, die mit der Lebensweise von Muschelkrebse (Ostracoden) bestens vertraut sind. Für Angel sind sie nicht nur "reizvolle kleine Tiere", sondern haben auch einen wichtigen Stellenwert im Ökosystem Ozean. Denn sie vertilgen den Abfall anderer Organismen im Meer.

Svenja Kruse

Doktorandin in der Abteilung für Biologische Ozeanographie des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven

Erforscht Pfeilwürmer und Flohkrebse, insbesondere unterhalb von 1000 Meter Tiefe. In verschiedenen Regionen untersucht die Biologin im Detail, was diese Tiere an Nahrung aufnehmen und wie viel Kot sie anschließend ausscheiden. Der wiederum kann die Nahrungsgrundlage für andere Lebewesen in der Tiefsee bilden.

Tracey Sutton

Leiter des Fish & Plankton Ecology Department der Harbor Branch Oceanographic Institution in Fort Pierce, Florida, USA

Tiefseefische zählen zwar nicht zum Zooplankton, stecken aber als Beifang reichlich in den Netzen. Und da zudem kaum etwas über sie bekannt ist, lässt Fischexperte Sutton keine Gelegenheit aus, neue Arten aufzuspüren. Mit Erfolg: Er entdeckte gleich vier neue Tiefseefischarten.

Rubén Escribano

Professor für Meeresbiologie von der Estacion de Biologia Marina-Dichato an der Universidad de Conception in Chile

Vergleicht Ruderfußkrebsarten (Copepoden) im Pazifik entlang der chilenischen Küste mit den Tiefseefängen im Südatlantik. Er will herausfinden, nach welchen Mustern diese Tiere im Ozean verteilt sind.

Friedrich Buchholz

Professor für Meeresbiologie von der Biologischen Anstalt Helgoland, die seit 1998 zur Stiftung Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven gehört

Untersucht Populationsveränderungen und die klimatische Anpassung eines so genannten Schlüsseltieres in der Nahrungskette - der Leuchtgarnele, auch Krill genannt. Das Krebstier lebt in großen Schwärmen, frisst sowohl pflanzliches als auch tierisches Plankton und bildet seinerseits die Nahrungsgrundlage vieler Meeresbewohner - bis hin zum Wal.

Janet Grieve

Mitglied der Royal Society of New Zealand, National Institute of Water and Atmospheric Research in Wellington, New Zealand

Seit Jahrzehnten vergleicht die Expertin weltweit die artenreichste Gruppe innerhalb des Zooplanktons, die Ruderfußkrebse (Copepoden). Auf dieser Expedition will sie wissen, welche Arten davon im Südatlantik vorkommen.

Peter Wiebe

Zooplanktologe und Ozeanograph vom Department of Biology am Woods Hole Oceanographic Institution in Massachusetts, USA

Konstrukteur des MOCNESS, einem Spezialnetz zum Fang von Zooplankton, mit dem sich in extremen Tiefen fischen lässt - bis über 5000 Meter unter der Meeresoberfläche.

Ryuji Machida

Zooplantologe und Genetiker vom Ocean Research Institute an der University of Tokyo, Japan

Analysiert auf vielen Forschungsreisen durch die Weltmeere Zooplanktonproben, um zu erfahren, wo welche Arten vorkommen. Zudem koordiniert er als Projektmanager CMarZ im asiatischen Raum.

Bettina Schmitt

Ökologin von der Abteilung für Klimaforschung des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven

Während die meisten Forscher an Bord ihre ganze Aufmerksamkeit den tierischen Vertretern der ozeanischen Kleinstlebewesen schenken, widmen sich Bettina Schmitt und ein angeschlossenes Team von Biologen dem pflanzlichen Plankton, dem Phytoplankton, der wichtigsten Nahrungsquelle vieler Zooplanktonarten. So untersuchen sie beispielsweise, welche Arten von Phytoplankton wo im Atlantik vorkommen. Diese Daten vergleichen die Forscher später mit Satellitenaufnahmen der Region. Auf diese Weise können Computermodelle aufgestellt werden, die den Algenbesatz und dessen langfristige Veränderung aufzeigen.

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