Wie klimafreundlich ist das Klimahaus?

Bis zu 50 Prozent des Energiebedarfs wollen die Betreiber aus regenerativen Quellen beziehen - ermöglichen soll das ein spezielles Bau- und Energiekonzept

11500 Quadratmeter Ausstellungsfläche, 150 Räume allein in der Ausstellung, große Exponate wie Aquarientanks, die beleuchtet, beheizt oder gekühlt werden müssen: Das Klimahaus wird viel Energie verbrauchen. Doch bis zu 50 Prozent des Bedarfs wollen die Betreiber mit regenerativer Energie decken. Möglich wird das durch ein spezielles Bau- und Energiekonzept:

Kühlung: Das Gebäude ruht auf Betonpfählen, die bis zu 15 Meter tief in den Untergrund gegossen wurden. 464 davon sind so genannte "Energiepfähle". Diese sind von Kunststoffrohren durchzogen, durch die eine Kühlflüssigkeit strömt. Sie nimmt die Temperatur des Bodens auf, die ganzjährig zwischen 6 und 12 Grad liegt. Mit der so gewonnenen Kälte werden große Teile des Gebäudes gekühlt, einige davon auch im Winter, z.B. die Aquarien, in denen permanent viel Wärme entsteht. Auf dem Dach sollen Wasserkühltürme montiert werden, die nach dem Prinzip der "freien Kühlung" die Außenluft nutzen. Das funktioniert bis zu einer Außentemperatur von 15 Grad.

Strom: Eine Photovoltaik-Anlage, die auf einem benachbarten Gebäudeteil montiert wird, liefert einen Teil des Stroms.

Wasser: In Bottichen auf dem Dach wird Regenwasser aufgefangen und über ein Rohrsystem ins Gebäude geleitet. Es dient als WC-Spülung und zur Bewässerung der Pflanzen im Klimahaus.

Belüftung: Überall dort, wo sich Ausstellungsräume direkt an der doppelten Fassade befinden, sorgen regelbare Öffnungen in der Außenhülle für eine natürliche Luftzufuhr. Abhängig von der Außentemperatur werden sie bei Wärme geöffnet und bei Kälte geschlossen. Im Winter funktioniert die doppelte Fassade wie ein Wintergarten: Die unmittelbar angrenzenden Räume heizen sich auf.

Heizung: Das Klimahaus bezieht Fernwärme von der Stadt Bremerhaven aus thermischer Abfallverwertung. Bei diesem Verfahren wird die bei der Verbrennung von Abfällen entstehende Wärme nahezu vollständig aufgefangen und zu Verbrauchern wie dem Klimahaus geleitet.

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Der gesamte Innenraum des Klimahauses ist von einer 10 000 Quadratmeter großen Glasfassadenkonstruktion umgeben

Video: Das Klimahaus Bremerhaven
Video: Das Klimahaus Bremerhaven
Hier soll Wissenschaft zum Erlebnis werden: Ab März 2009 wird das Klimahaus in Bremerhaven Besuchern die Folgen des Klimawandels vor Augen führen
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