Ökologie Der Ozean wird warm und ärmer

In den Weltmeeren breiten sich Wüsten aus - und bedrohen das Leben selbst in der Tiefsee

Eine Folge der durch Menschen verursachten Klimaveränderungen ist die Zunahme wüstenähnlicher Gebiete. Und dies nicht nur an Land – auch in den Ozeanen wird das Leben an immer mehr Stellen zurückgedrängt. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler der amerikanischen Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) nach der Auswertung von Satellitendaten, die in den neun Jahren von Anfang 1998 bis Ende 2006 erhoben worden waren.

Die Daten erfassten jene Meeresgebiete, die schon von Natur aus besonders nährstoffarm sind, also im Kubikmeter Oberflächenwasser höchstens 0,07 Milligramm Chlorophyll enthalten.

Der Chlorophyllgehalt ist ein Indikator für das Plankton- und damit das Nahrungsangebot. Die NOAA-Forscher haben nun ermittelt, dass sich im untersuchten Zeitraum „im Nord- und Südpazifik wie im Nord- und Südatlantik die Gebiete mit chlorophyllarmem Oberflächenwasser jedes Jahr erheblich ausgedehnt haben“.

Am schnellsten wuchsen die Meereswüsten mit jährlich 4,3 Prozent im Nordatlantik. Für alle vier Meeresregionen zusammen ergibt sich demnach von 1998 bis 2006 eine Zunahme der nährstoffarmen Bereiche um 15 Prozent – das entspricht 6,6 Millionen Quadratkilometern. Im selben Zeitraum ist die Oberflächentemperatur in diesen vier Meeren merklich gestiegen und hat eine Abnahme des Planktonwachstums bewirkt. Zudem ist in wärmeren Meeren die vertikale Durchmischung geringer. In Wärmeperioden der Urzeit kam es, als die Zirkulation der Nahrung versagte, zum Kollaps von Ökosystemen bis in die Tiefsee hinab.

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