Vegetarisch oder vegan?

Ich bin Vegetarier. Sollte ich der Umwelt zuliebe Veganer werden? Fragt Markus W. aus Hamburg

Als Vegetarier leisten Sie bereits Ihren Beitrag zur Rettung des Planeten. Denn beim Anbau von Getreide werden weit weniger fossile Brennstoffe benötigt als zur Produktion von Rindfleisch, außerdem sind Rinder und ihr Verdauungsapparat eine der Hauptquellen des besonders schädlichen Treibhausgases Methan. Strikte Veganer, die auf alle tierischen Produkte, also auch auf Milch, Eier oder Leder verzichten, könnten theoretisch noch mehr schädliche Klimagase einsparen. Aber wie viel?

Wir wissen es nicht, die Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Ökobilanzen sind komplex und haben manchmal überraschende Ergebnisse. So kommt eine Studie der amerikanischen Cornell University zu dem Schluss, dass moderater Fleischkonsum sogar besser für die Umwelt sein kann als vegetarische Ernährung - vorausgesetzt, das Fleisch wird lokal produziert. In einer Region mit dürftiger Bodenqualität kann der Betrieb einer Hühnerfarm sinnvoller sein als der Anbau von Gemüse minderer Qualität.

In Deutschland sank der Fleischkonsum 2008 auf 60,5 Kilogramm pro Person. In China hat er sich in den vergangenen 25 Jahren auf rund 50 Kilogramm mehr als verdoppelt - und soll bis 2017 um weitere 43 Prozent steigen. Da würden schon mehr Vegetarier reichen, um die Ökobilanz zu verbessern.

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