Gentechnik: Schwarz-gelbe Saat

Wie hält es die neue Bundesregierung mit der grünen Gentechnik?

Erstmals wird in einem Koalitionsvertrag offen für den kommerziellen Anbau einer gen technisch veränderten Feldfrucht plädiert: für die BASF-Genkartoffel Amflora. Darüber entscheiden müsste allerdings die EU-Kommission.

Bisher hat EU-Umweltkommissar Stavros Dimas die Zulassung blockiert. Nun hoffen die Befürworter, dass sein Nachfolger das Verfahren vorantreibt - so auch das Berliner Agrarministerium, das "keine Gefahr" sieht, dass die Kartoffel "in den Lebens- oder Futtermittelkreislauf" gerät. Denn sie diene ausschließlich der Produktion industrieller Stärke für die Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie.

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Genmodifiziert oder nicht? Das Äußere verrät es nicht

Wissenschaft versus Umweltschutz

Die bisher einzige von Brüssel für Europa zugelassene "Genpflanze", die Monsanto-Maissorte Mon 810, war 2009 von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner gestoppt worden - wegen Umweltbedenken. Nun fordert die Bundesregierung eine "stärkere Wissenschaftsorientierung" des EU-Genehmigungsverfahrens ein - offenbar, um den Einfluss der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu stärken. Diese hat bislang fast alle Anträge der Gen-Industrie positiv bewertet.

Den Vorstößen zugunsten der Gentechnik steht eine Regelung gegenüber, für die sich die CSU einsetzt. Jedes Bundesland soll künftig selbst den Abstand zwischen Feldern mit Gensaaten und Äckern mit herkömmlichen oder ökologischem Anbau bestimmen. Zu große Abstände können den Anbau von genmanipulierten Pflanzen unrentabel machen.

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Die gentechnisch veränderte Maissorte MON 810 darf ab sofort in Deutschland nicht mehr angebaut werden. Warum eigentlich?
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