Meerwasserentsalzung Wie Israel erfolgreich gegen die Dürre kämpft

Entsalzungsweltmeister und Recycling-Champion: Israel deckt 2016 mehr als die Hälfte seines nationalen Wasserbedarfs mittels Wasseraufbereitungsanlagen
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Ein Hotelpool in Mitzpe Ramon, mitten in der Negev-Wüste. Mit neuen Technologien kann Israel einen großen Teil seines Wasserbedarfs inzwischen auch in Dürrezeiten decken

Vorbei die Zeiten, in denen jede Dusche auf zwei Minuten begrenzt und Rasen nur nachts gewässert werden sollte. In denen Wasser in Israel knapp war. Bevor 2005 eine schwere, biblische sieben Jahre lange Dürre begann, hing die Wasserversorgung im Land nur von Grundwasser und Regen ab. Inzwischen ist Israel „Selbstversorger“: Über die Hälfte des Wassers, das Haushalte, Landwirtschaft und Industrie benutzen, wird aufbereitet – durch Entsalzung und Abwasserrecycling.

86 Prozent des Abwassers für Landwirtschaft genutzt

Vier Meerwasserentsalzungsstationen sind seit 2005 in Betrieb gegangen, die fünfte folgt in Kürze. Neue Technik hat die einst als Energieschleudern verschrieenen Anlagen viel effizienter gemacht. Schon 2016 soll die Hälfte des landesweiten Wasserbedarfs aus dem Meer gedeckt werden. Allein die Umkehrosmoseanlage Sorek südlich von Tel Aviv liefert ein Fünftel des für Haushalte benötigten Wassers. Zugleich führt Israel beim Recycling: 86 Prozent des Abwassers aus Haushalten werden für die Landwirtschaft genutzt. Im zweitplatzierten Spanien sind es 17, in den USA ist es ein Prozent. Optimisten hoffen, dass der neue Überfluss auch zum Frieden beiträgt – in einer Region, wo Wassermangel immer auch Streit ausgelöst hat.

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