Tierhandel Bitterer Nachgeschmack

Der internationale Tierhandel blüht. Fotograf Patrick Brown hat das illegale Geschäft für GEO dokumentiert. Die Geschichte Der Ausverkauf der Schöpfung zeigt mit seinen Fotos das Geflecht aus Kriminalität, Korruption und Ohnmacht auf

Er reiste nie ohne grell bedruckte T-Shirts, Sonnenbrille, Baseballkappe: Der Fotograf Patrick Brown, gebürtiger Australier, hat gern den Touristen gemimt, um den illegalen Wildtierhandel mit Fotos zu bezeugen (Reportage im GEO-Heft 11/2010). Aber nicht immer reichte diese Mimikry. Hanoi. Eine Bärenfarm. Der Gallensaft der Tiere gilt in Asien als Heilmittel, vor allem Krankheiten der Leber sollen damit kuriert werden. Über 4000 Kragenbären werden allein in Vietnam in Gefangenschaft gehalten. Ein Martyrium, von dem ihre leeren Augen erzählen, ihre vom Scheuern an den Gitterstäben wunde Stirn, ihr entzündeter Unterleib.

Bitterer Nachgeschmack

Fotograf Patrick Brown

Patrick Brown wurde bei seinem Versuch, in die Farm in Hanoi zu gelangen, zunächst weggescheucht. So zog er sein Hemd hoch, um eine lange Operationsnarbe auf seinem Bauch zu zeigen. Er leide, machte er den misstrauischen Arbeitern klar, an einer schweren Leberkrankheit. Daraufhin betäubten sie einen Bären, stachen ihm einen Katheter in die Eingeweide und zapften dem Tier Gallensaft ab. Dann stellten sie ein Glas mit der dunklen Flüssigkeit vor Brown hin. Brown stürzte den bitteren Saft mit hochprozentigem Schnaps hinunter – und fotografierte nebenbei. Eine letzte Qual auch für ihn. Er hat den illegalen Wildtierhandel über sieben Jahre lang dokumentiert. Der Auftrag für GEO, sagt er, soll sein letzter zu diesem Thema gewesen sein.

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