Klimawandel Himmlische Klimasünder

Kondensstreifen verstärken den Treibhauseffekt. Und überraschenderweise schlimmer, als die Abgase selbst es tun

Etwa zwei Prozent der von Menschen verantworteten klimaschädlichen Emissionen stammen nach Schätzungen aus Flugzeugen. Doch offenbar kommt es dabei nicht nur auf die Menge der Schadstoffe, sondern auch auf deren Verteilung in der Atmosphäre an.

Ulrike Burkhardt und Bernd Kärcher am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen haben nun die besondere Rolle von Kondensstreifen im Klimageschehen untersucht.

Diese bilden sich aus Rußpartikeln der Abgase in Verbindung mit Wasserdampf, der in den hohen Luftschichten zu Eiskristallen gefriert. Aus den anfangs dünnen Streifen entstehen zudem häufig breite Schleierwolken, die sich über viele Stunden am Himmel halten können.

Das Eis in diesen künstlich erzeugten Wolken ist dabei offenbar das Hauptproblem in Bezug auf das Klimageschehen. Zwar reflektiert die relativ solide Barriere die Sonnenstrahlung, doch kann die Erde durch sie auch deutlich weniger Wärme abstrahlen, als sie aufnimmt. So kommt es, dass Kondensstreifen und daraus entstehende Wolken derzeit mehr zur Erderwärmung beitragen als die bisher akkumulierten CO2-Emissionen von Flugzeugtriebwerken aus 100 Jahren Luftfahrt!

In den großen Höhen, in denen Flugzeuge verkehren, ist die Bildung der "weißen" Eisstreifen kaum zu verhindern - und ein Umlenken der Flugrouten über tropische Gefilde würde wieder mehr Abgase bedeuten.

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Sieht harmloser aus, als es ist: Abgasstreifenmuster

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