Weltspiel Wie die Welt bewaldet ist

Wussten Sie, dass Französisch-Guyana das waldreichste Land der Erde ist? Dass in Brasilien jedes Jahr fast so viel Wald vernichtet wird, wie in China neu hinzukommt? Eine Übersichtsgrafik
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Jährliche Änderung der Waldfläche, 2005-2010, in Prozent

Portugal hat einen höheren Waldanteil als Kanada, Japan einen höheren als Brasilien: Unsere Grafik ordnet Länder nach dem Anteil des Waldes an ihrem Staatsgebiet.

Die Baumkrone in dieser Disziplin geht an Französisch-Guyana, das zu 98 Prozent von Wald bedeckt ist. Mit gut 83 000 Quadratkilometern (km2) ist das Land etwa so groß wie Österreich - und fast hundertmal kleiner als der endlose Wald Russlands. Dieser aber bedeckt mit 8,1 Millionen km2 nur 49 Prozent des Riesenreichs, das damit lediglich Platz 55 unter den am stärksten bewaldeten Staaten der Erde erreicht.

Deutschland liegt mit 32 Prozent Waldanteil am Staatsgebiet leicht über dem weltweiten Wert von 31 Prozent. In vielen Regionen wachsen die Forstflächen aber an (vgl. Blätter unter dem Baum): Europa etwa gewinnt jährlich 7700 km2 Waldfläche, die USA gewinnen 3800 km2. Und noch viel mehr neue Bäume wachsen in China: Dort soll ein gigantisches Aufforstungsprogramm den Waldanteil bis 2050 beinahe verdoppeln, von 22 auf 42 Prozent.

Dennoch: Insgesamt schwinden die Forstflächen der Erde, wenn auch langsamer als noch in den 1990er Jahren. Damals gingen jährlich 83.000 km2 verloren, heute sind es 56.000 km2.

Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Wälder für das Klima der Erde noch wichtiger sind als bislang gedacht: Demnach absorbieren sie jedes Jahr 2,4 Milliarden Tonnen Kohlenstoff - ein Drittel des Kohlenstoffs, der bei der Verfeuerung fossiler Brennstoffe in Form von CO2 freigesetzt wird.

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