Schwächen-Evolution

Insektizide vermindern die natürlichen Abwehrkräfte von Pflanzen

Die Forscher um Anurag Agrawal von der Cornell University ließen 18 genetische Varianten von Nachtkerzen (Oenothera biennis) fünf Jahre lang auf 16 Parzellen gedeihen; dabei behandelten sie die Hälfte der Versuchsflächen regelmäßig mit einem Insektizid, um zu verhindern, dass sich – wie gewöhnlich – Fransenmottenraupen an den Samenkapseln verköstigten.

Während auf den unbehandelten Parzellen schließlich jene Varianten dominierten, die natürliche Abwehrmechanismen gegen die Schädlinge etablierten, blieben die besprühten Nachtkerzen in der Entwicklung von Schutzvorkehrungen deutlich zurück – ihre Samen enthielten weniger pflanzeneigene Abwehrgifte (Ellagitannine). Darüber hinaus blühten die durch Insektizide geschützten Pflanzen viel früher und wurden größer.

Letzteres ist offenbar eine Reaktion auf verschärfte Konkurrenz. Denn von der Abwesenheit von Giften profitiert auch andere Vegetation wie Löwenzahn, der den Nachtkerzen nun Ressourcen wie Licht und Nährstoffe streitig machte.

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Wer bekämpft hier was?

Die Veröffentlichung im Fachmagazin "Science"
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