Die Patina von mehr als hundert Jahren: In einem Magazin der ornithologischen Sammlung türmen sich Schubfächer voller Vogelbälge. Gut 90 Prozent der gegenwärtig weltweit existierenden Vogelarten sind in Berlin versammelt, 7000 Exemplare lebensnah auf Ständer montiert, so der Gänsegeier

Paradiesvögel aus Neuguinea bilden nur einen winzigen Teil der 135.000 Bälge umfassenden Vogelsammlung im Berliner Naturkundemuseum. Doch dieses Naturarchiv ist gefährdet: Mangels Klimaanlage sind die Präparate abwechselnd Hitze und Kälte, Trockenheit und Feuchte ausgesetzt

Zwei Jahrhunderte reger Sammeltätigkeit haben 130.000 in Alkohol konservierte Fische in die ichthyologischen Magazine geschwemmt. Umfangreiche Bestände stammen von Expeditionen mit den Forschungsschiffen "Gazelle" (1874-1876) und "Valdivia" (1898-1899)

Forscher auf der "Valdivia" brachten auch die beiden Gläser mit, von denen das linke seit Eintreffen in Berlin noch nie geöffnet worden ist. Das rechte enthält das sogenannte Typusexemplar einer Seelilie: jenes Individuum, das als erstes dieser Art beschrieben worden ist

Das "Berliner Exemplar" ist eines der besterhaltenen Fossilien des Urvogels Archaeopteryx lithographica

Die Gerippe der größeren Maulwurfsnatter (Pseudaspis cana) und der Boa-Trugnatter (Homalopsis buccata) führen vor Augen, dass Schlangen das Bauprinzip der Wirbeltiere auf die Spitze treiben

Fischzug hinter Glas: 1100 Skelette reihen sich in der ichthyologischen Sammlung auf. Früher wurden häufig "Trockenpräparate" hergestellt: nicht zuletzt, weil die Seeleute den für die Konservierung von Funden bestimmten Alkohol nur zu gern tranken

Wipfel-Stürmer: Das Langschwanz-Schuppentier (Manis tetradactyla) ist im Kronendach afrikanischer Regenwälder heimisch. Bei Gefahr rollt es sich zusammen und verspritzt eine übelriechende Flüssigkeit

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