Ein See voll Gelee:

Im "Ongeim'l Tketau", den Biologen seit Jahren regelmäßig erkunden, versammeln sich zuweilen mehr als 30 Millionen Medusen im Sonnenlicht unter dem Wasserspiegel. Ihr Nesselgift ist für Menschen kaum spürbar - für Ruderfußkrebse, die Nahrungsquelle der Quallen, hingegen tödlich

Versorgungskanäle

Labyrinthische, von Weichkorallen überwucherte Tunnel versorgen die Seen mit Meerwasser. Die wenigsten allerdings können von Tauchern bezwungen werden; meist sind die Spalten derart eng, dass selbst Fischlarven kaum hindurchfinden

Lichteffekte

Gestalten die Quallen ihren eigenen Lebensraum? Um dies zu ermitteln, filmt eine Wissenschaftlerin einzelne Tiere im Laserlicht. Aus den Bildern will sie berechnen, inwieweit die Bewegungen der Medusen die Nährstoffverteilung im Wasser verwirbeln

Neon-Experiment

Fluoreszierende Farbe hilft den Forschern dabei, die Wege des kälteren Ozeanwassers zu verfolgen, das bei Flut in die Seen fließt. Es rauscht in schwefelwasserstoffreiche Tiefen hinab: eine giftige Falle, die nur wenige Meeresorganismen überwinden

Gefangen

Neben den goldenen Medusen sind auch einige bis zu 40 Zentimeter breite Ohrenquallen (Aurelia sp.) in den Seen gefangen: Mit ihren Tentakeln durchsieben sie das Wasser nach Krebstieren, Larven und Einzellern

Seeforschung

Von einem faltbaren Floß aus fischt ein Wissenschaftler nach Plankton: notwendige Routine, um das Nahrungsnetz in den Seen zu entschlüsseln

Wasser in Grün

"Spooky Lake" nennen die Forscher diesen winzigen Seewassertümpel (ganz r.): weil Algen ihn trüben. Und weil am Ufer oft Krokodile lauern

Vogelperspektive

In der grün überwucherten Inselwelt von Palau sind die Salzwasserseen am besten aus der Luft zu erkennen. Sie entstanden, als der Meeresspiegel vor 15.000 Jahren zu steigen begann - und tief eingeschnittene Täler hinter der Küste überflutete

Ort der Migranten

Die vielfältigen Korallenriffe Palaus bilden den Fundus, aus dem die Migrantengemeinschaft der Seen entstanden ist. Fast 1500 Fischarten umschwärmen die Küsten des Archipels - so wie diese Schule Soldatenfische, die um eine Metropolis aus Salatkorallen kreist

Wasserfarbe

Fallgruben gleich sammeln die Seen verrottende Äste, Wurzeln und Laubreste, die der Regen aus den Wäldern herausspült. Dieser ständige Nährstoffeintrag lässt im stillen, bis zu 38 Grad warmen Seewasser zahllose Bakterien und Algen gedeihen - auch im Quallensee "Uet era Ongael", den eine Einzellerblüte rot verfärbt

Giftgrün

Im Spooky Lake untersucht ein Forscher ine Bakterienschicht, unter der eine düstere, von Schwefelwasserstoff vergiftete Tiefe liegt

Hinterhältige Anmut

Im Uferbereich des Ongeim'l Tketau recken Seeanemonen der Spezies "Entacmaea medusivora" ihre Fangarme in die Nacht. Sie warten auf Quallen, die sie gierig mit ihren Tentakeln erfassen können

Der Urahn aller Seemedusen

In einer Lagune sammeln die Wissenschaftler Exemplare der bis zu 25 Zentimeter breiten Qualle "Mastigias papua". Deren Schwimmzüge wollen sie vermessen - und so erfahren, ob die zotteligen "Arme" tatsächlich im strömungsreichen Meer als Ruder dienen

Chance von oben

Regen hat den Salzgehalt vieler Seen gesenkt und so das Wachstum von brackwassertoleranten Algen gefördert

Im Quallenmeer

Eine Gruppe Forscher schwimmt durch den Quallensee