Das Saola-Waldrind lebt in den dichten Regenwäldern von Laos und Vietnam. Es wurde erst 1993 entdeckt, doch könnte es bald schon wieder verschwunden sein. Denn durch Jagd und die Zerstörung seines Lebensraumes werden die Tiere immer seltener. Experten sind nicht sicher, wie viele es noch gibt, doch es sind wenige

Nördliche Spinnenaffen (Brachyteles hypoxanthus) leben in den Wäldern Südostbrasiliens - noch. Ihre Gesamtpopulation wird auf 300 bis 800 Tiere geschätzt

Auch das Tarzan-Chamäleon (Calumma tarzan) ist ein Neuling in der Zoologie: Es wurde erst 2010 entdeckt. Es lebt in den Regenwäldern an der Ostküste Madagaskars. Doch diese Regenwälder sind heute fast komplett gerodet - und damit ist auch das Chamäleon vom Aussterben bedroht

Die Baumratte Santamartamys rufodorsalis lebt in den Bergen Kolumbiens. Wie viele Exemplare von ihr noch existieren, ist nicht bekannt

Der Edwardsfasan (Lophura edwardsi) ist eine Hühnervogelart, die nur im mittleren Vietnam vorkommt. Ihr Lebensraum ist durch Abholzung bedroht. Die Art wurde erst 1996 wiederentdeckt; seit 2000 gibt es keine sicheren Nachweise mehr. Wie viele Exemplare noch leben, ist unbekannt

Das Zwergfaultier Bradypus pygmaeus wurde erst 2001 entdeckt. Es lebt in den Mangrovenwäldern der Insel Escundo de Veraguas vor der Nordküste Panamas in Mittelamerika. Durch Jagd auf die Tiere und die Zerstörung der Mangrovenwälder durch illegalen Holzeinschlag nimmt die Population immer weiter ab. Heute gibt es weniger als 500 Tiere

Hindutrappen (Ardeotis nigriceps) werden bis zu einen Meter groß und 15 Kilogramm schwer. Nur noch 50 bis 250 Exemplare von ihnen leben in Indien und Pakistan

Erst 1970 wiederentdeckt, lebt heute nur noch eine unbekannte, aber kleine Anzahl von Jamaica-Iguanas (Cyclura collei) auf der Karibikinsel. Dezimiert wurden sie vor allem von eingeschleppten Raubtieren und durch die Ausbreitung des Menschen

Die Kleinohrspitzmaus Cryptotis nelsoni lebt in Mexiko, rund um den Vulkan San Martín Tuxtla, Veracruz. Die Anzahl der Individuen ist unbekannt

Die Hunter-Antilope (Beatragus hunteri) lebt in den Küstengebieten im Grenzgebiet von Somalia und Kenia und gehört zu den seltensten Antilopen Ostafrikas. Sie muss sich ihren Lebensraum zunehmend mit den Kühen der Hirten teilen und findet dadurch immer weniger Nahrung

Das Java-Nashorn lebte einst nicht nur auf der indonesischen Insel Java, sondern bevölkerte viele Länder Südostasiens. Doch Jagd und die Verwendung seines Horns zur traditionellen Medizin haben den Großsäuger fast ausgerottet. Heute gibt es nach Schätzungen der Weltnaturschutzunion IUCN weniger als 100 Exemplare

Vom Sumatra Nashorn (Dicerorhinus sumatrensis) leben nur noch weniger als 250 Exemplare. Grund ist die Wilderei. Das Horn wird in der traditionellen Medizin verwendet

Der Zagros-Molch (Neurergus kaiseri) lebt im gleichnamigen Gebirge im Südwesten des Irans. Der Salamander gilt als eine der schönsten Molcharten überhaupt. Doch sein Aussehen ist sein Verhängnis - durch den illegalen Handel mit dem Molch ist die Art heute stark bedroht. Es gibt nur noch rund 1000 Exemplare

Der Hainan-Gibbon (Nomascus hainanus) lebt auf der Insel Hainan im Osten Chinas. Durch Jagd auf die Tiere gibt es heute nach Schätzungen der IUCN nur noch circa 20 Exemplare

Die Geometrische Landschildkröte Psammobates geometricus kommt nur in der Western Cape Province, Südafrika, vor. In welcher Häufigkeit, ist unbekannt

Die Bullock's False Toad (Telmatobufo bullocki) lebt in den Flüssen in der Region Araucho im Süden Chiles. Der Frosch hat keinen deutschen Namen und vielleicht wird er auch nie einen erhalten. Durch die Zerstörung seines Lebensraumes stirbt er aus

Der Valenciakärpfling Valencia letourneuxi lebt in Gewässern des südlichen Albaniens und Westgriechenlands. Bedroht ist die Art durch verstärkte Wasserentnahme und durch eingeschleppte Konkurrenten, amerikanische Zahnkarpfen

Im September legte die Weltnaturschutzunion IUCN die Liste der am stärksten bedrohten Tier- und Pflanzenarten weltweit vor. "Die hundert Arten auf dieser Liste sind nur die Spitze des Eisbergs und symptomatisch für das globale, menschenverursachte Massenaussterben, das derzeit auf der Erde wütet", kommentiert Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. Als Ursachen nennt er die ungebremste Zerstörung von Lebensräumen, den Klimawandel, Wilderei, die Einführung invasiver Arten in sensible Ökosysteme und die Übernutzung der Natur durch den Menschen.

Um die Arten noch zu retten, genügt die Ausweisung von Schutzgebieten nicht mehr, sagt der WWF-Experte. So gelte es, der Übernutzung und übermäßigem Handel entgegenzuwirken, wichtige Arten auch außerhalb von Schutzgebieten zu bewahren, Mensch-Wildtier-Konflikte zu reduzieren und gegen den Klimawandel und die Wilderei vorzugehen.

Weblinks

Die Homepage von WWF Deutschland

Die Homepage der Weltnaturschutzunion IUCN
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