Badegewässer in Deutschland Hier können Sie unbesorgt baden gehen

Abkühlung gefällig? Dann packen Sie die Badehose ein! Gut zu wissen: Die allermeisten deutschen Gewässer präsentieren sich in bester Verfassung
Baden Sommer

Hinein ins kühle Nass - aber mit Umsicht. Kopfsprünge sind tabu, wenn man den Grund nicht sehen kann

Schon vor dem Beginn der offiziellen Badesaison am 1. Juni herrschte an vielen Badestellen an Seen und Flüssen reger Betrieb. Hohe Mai-Temperaturen machten es möglich. Und auch die Sommermonate versprechen ungetrübten Badegenuss. Denn die Wasserqualität an fast allen Badestellen in Deutschland entspricht den Anforderungen der EU-Badegewässerrichtlinie. Und fast 91 Prozent bekamen sogar die Bestnote "ausgezeichnet".

Das ergab eine Auswertung der Untersuchungen aus dem Jahr 2016. Allein in Deutschland hatten Behörden an 2292 Badestellen 13.500 Proben entnommen. Gefahndet wurde jeweils nach zwei Verdächtigen: Escherichia coli und intestinale Enterokokken. Die beiden Bakterienarten weisen auf Verunreinigungen durch Fäkalien aus der Landwirtschaft oder ungeklärten Abwässern hin. Mit bloßem Auge sind sie nicht zu erkennen.

Cyanobakterien treten oft in Badeseen bei hohen Temperaturen auf

Gut zu erkennen sind hingegen Cyanobakterien, so genannte Blaualgen. Sie können im Sommer, bei hohen Wassertemperaturen plötzlich auftreten und färben dann das Wasser blaugrün. Da sie beim Verschlucken giftig sein können, hält das Umweltbundesamt (UBA) einen Tipp parat: Wenn Sie bis zu den Knien im Wasser stehen und Ihre Füße nicht mehr sehen können, sollten Sie von einem Bad absehen.

Stark schwankend ist die Qualität von Flüssen. Hier müssen Badende vor allem nach starken Regenfällen mit Verschmutzungen rechnen.

Praktisch: interaktive Karte zur Wasserqualität in der EU

Die aktuelle Qualität von mehr als 21.000 Stränden und Binnengewässern in Europa können Abkühlung Suchende und Touristen auch mit einer interaktiven Karte der Europäischen Umweltagentur EEA abrufen. Hier gibt es auch weiterführende Informationen auf den Homepages der zuständigen Behörden.

Wie das Umweltbundesamt weiter mitteilt, hat sich die Qualität der Badegewässer seit Anfang der 1990er Jahre stark verbessert. Wurden damals noch 10 bis 15 Prozent mit „mangelhaft“ bewertet, waren es in der Saison 2016 nur noch 0,2 Prozent. Dazu dürften auch neue Vorschriften für die Landwirtschaft beigetragen haben, etwa Mindestabstände beim Düngen, erklärt UBA-Pressesprecherin Laura Schön.

Gute Badegewässer sind nicht immer biologisch intakt

Dass die Badewasserqualität überwiegend sehr gut ist, heißt allerdings nicht, dass die Gewässer in Deutschland gesund sind. Nur rund ein Viertel aller Seen war 2015 in einem ökologisch guten oder sogar sehr guten Zustand. Bei den Flüssen waren es sogar nur sieben.

Der Grund: Während bei der Überprüfung der Badewasserqualität nur nach Escherichia coli und intestinalen Enterokokken gefahndet wird, ist die Bewertung des ökologischen Zustandes weitaus umfassender. So werden etwa auch Veränderungen der Artenzusammensetzung durch die Landwirtschaft untersucht. So kann Stickstoff aus Düngemitteln das Algenwachstum beschleunigen. Was wiederum dazu führt, dass sich das komplette Artenspektrum eines Gewässers verändert.

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