Kanada Vor Neufundland machen Fischer Jagd auf – Eisberge!

Eisberge können Schiffe versenken – oder jetzt auch einen Fischer reich machen. Die Arktiseisbruchstücke werden dann geschmolzen, um daraus Wodka, Bier und ein sehr teures Trinkwasser zu produzieren
Eisberg

Vor Neufundlands Küste sind Cowboys in eiskalter Mission

Seit mehr als 100 Jahren schon fährt Familie Kean zur See, hinaus auf das raue Meer vor den Küsten Neufundlands. Bislang brachten die Männer Fisch in den Hafen von St. John’s. Ed Kean aber, der in fünfter Generation Kapitän ist, birgt heutzutage mit seinen Netzen eine überraschend begehrte Fracht: Er fängt Eisberge. Der 57-Jährige ist Kanadas einziger hauptberuflicher Eisberg-Cowboy – so werden in Nordamerika jene Seeleute genannt, die den schwimmenden Gletscherbruchstücken oft über Stunden hinterherjagen: Gemeinsam mit seiner Mannschaft muss Kean geeignete Kolosse finden, sie mit seinem Schiff in eine ruhige Bucht treiben und dann mit Netzen oder Seilen an Bord hieven.

Trinkwasser für zehn Euro pro Flasche

Jedes Jahr birgt er auf diese Art und Weise etwa 1000 Tonnen Eis. Aus ihm stellen Destillerien und Brauereien Wodka und Bier her. Als Trinkwasser gehen die geschmolzenen Giganten bis nach Japan – die Flasche zu umgerechnet zehn Euro. Das Wasser sei besonders rein, so das Verkaufsargument: Eisberge entstanden vor Tausenden von Jahren, lange vor der Industrialisierung. Deshalb enthalte ihr Eis kaum Umweltgifte. Wissenschaftliche Analysen konnten tatsächlich kaum gelöste Stoffe nachweisen. Nun wird sogar Eisberg-Kosmetik verkauft, hergestellt aus kristallklarem Arktiswasser.

Century Camp, Grönland
Giftiges Erbe des Kalten Krieges
Eisschmelze auf Grönland legt verlassene US-Militärbasis frei
Die Gletscherschmelze auf Grönland bringt verlassene US-Militärbasen aus Zeiten des Kalten Krieges ans Tageslicht - und jede Menge giftige Abfälle
Kilauea Volcano
Astrofotografie
Lava, Meteor, Mond und Milchstraße auf einem Bild
Im Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark hielt Fotograf Mike Mezeul ein ziemlich spektakuläres Quartett in einem einzigen Bild fest
GEO.de Newsletter