Stille Quelle in einer Wüste der Finsternis: Aus einem unterirdischen See, der von gelbem Kalzitkristall überwölbt wird, schöpft Hazel Barton Bakterien-Proben und Trinkwasser

Das Kalkgestein der "Guadalupe Mountains" im US-Bundesstaat New Mexico lagerte sich vor 250 Millionen Jahren am Rande eines Ozeans ab. Dann hoben Erdkräfte die Sedimente empor, und unter Bildung von Schwefelsäuren höhlte die Witterung sie allmählich aus

Einstieg zur Unterwelt: Knapp 500 Meter reicht das Lechuguilla-System in den Felsboden hinab. Viele Passagen sind nur in waghalsigen Kletterpartien zu meistern, so wie der von brüchigen Wänden flankierte Schacht „Boulder Falls“ im oberen Höhlenteil

Stickige Luft, scharfe Kanten: In einigen Spalten kommt selbst die zierliche Hazel Barton nur zentimeterweise voran. Klaustrophobische Angst jedoch ist ihr fremd; sie hat schon schmalere Engpässe gemeistert

Eine weiche, rostbraune Schicht überzieht zentimeterdick viele Nischen der Höhle: ein Verwitterungsprodukt, das entsteht, wenn Bakterien sich durch den Fels fressen. Bartons Kollege Max Wisshak, Geologe der Universität Erlangen, legt darin sterile Gesteinsproben aus. So will er herausfinden, inwieweit Mikroben an der Entstehung von Lechuguilla beteiligt waren - und ob er sie an ihren Erosionsspuren identifizieren kann

370 Meter unter der Erde: Erschöpft schlägt das Team in der Tiefe ein Lager auf und stärkt sich mit Tütengerichten. Nach wenigen Stunden Schlaf geht es weiter

Als ein "Juwel im Untergrund" preisen Kenner die Pracht der Lechuguilla-Höhle. Denn kein anderes Labyrinth birgt so vielfältige geologische Formationen: Gipsblumen etwa, die als frostige Gräser dem Gestein entwachsen,…

…Skulpturen aus Aragonit-Mineral, die an Korallenriffe erinnern oder…

…Kristallnadeln in geschützten Nischen, die der zarteste Lufthauch zerstäuben würde.

Einige Katakomben, so das "Land of Lost", sind völlig mit Gipskristall überwuchert. Um die fragilen, jahrtausendealten Kunstwerke nicht zu zerstören, hält sich die GEO-Expedition jederzeit streng an den Pfad, den die Entdecker dieser Passage vor Jahren markiert haben

Ergreifender Zierrat: Wie Kronleuchter eines verschütteten Eispalastes hängen im "Chandelier Ballroom" bis zu sieben Meter lange Arme aus Gipskristall von der Decke - die weltweit mächtigsten Gebilde dieser Art

Spuren der Tiefe: Im Labor in Kentucky tastet Barton gemeinsam mit einer Studentin die Gesteinsproben am Fluoreszenz-Mikroskop nach Bakterien ab

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