Great Barrier Reef

Ein steinerner Garten, ins Blaue gebaut, Erbmasse der Natur, touristischer Hotspot, Herberge für mehr als 17.000 Tierarten: das Große Barriereriff, in mehr als 9000 Jahren vor Australiens Ostküste herangewachsen

Great Barrier Reef

Das tropische Riff ist ein Paradoxon: Meere, in denen Korallengärten gedeihen, sind äußerst arm an Nährstoffen. Und doch konzentriert sich hier das Leben - Riffe beherbergen ein Drittel aller Fischarten. Weshalb, ist noch immer ein Rätsel. Vermutlich trägt die erfolgreiche Partnerschaft zwischen winzigen Algen und Polypen, den Architekten der Korallenbauten, dazu bei

Great Barrier Reef

Das Great Barrier Reef ist eine feste ökonomische Größe in Australiens Wirtschaft. Jährlich besuchen rund zwei Millionen Touristen die Riffe, geben dabei mehr als anderthalb Milliarden Euro aus. Trotz des Andrangs sehen Forscher bisher jedoch kaum Anzeichen für eine Übernutzung. Viele Zonen des Naturparks sind für die 840 Anbieter von Tauch- und Schnorchelausflügen gesperrt

Great Barrier Reef

Kontrollierter Tiefenrausch: In "Scuba-Doos", Unterwasservehikeln mit eigenem Luftvorrat an Bord, dringen Touristen an Seilen hängend in die Riffwelt vor. Helme, die wie eine Käseglocke übergestülpt und per Schlauch mit Frischluft versorgt werden, ermöglichen "Ozeanspaziergänge"

Great Barrier Reef

Mehr als 1700 Schiffe und Flugzeuge transportieren Touristen bis zu 260 Kilometer weit vor die australische Küste

Great Barrier Reef

Manches der 2900 Riffe des Gesamtsystems ist nur einen Hektar groß, andere umfassen eine Fläche von bis zu 10 000 Hektar. Hoch im Norden erstrecken sich fast intakte Korallengärten - vermutlich auch deshalb, weil hier nur wenige Flüsse schädlichen Dünger ins Meer hinausschwemmen

Great Barrier Reef

Wie Strohsterne sind die Strahlenquallen, Kolonien aus Hunderten von Polypen, geformt. Sie treiben an der Meeresoberfläche und fangen Plankton mithilfe ihrer Giftkapseln in den Tentakeln.

Great Barrier Reef

Der manövrierfähigere Kuhkofferfisch erbeutet Bodenlebewesen, indem er sie per Wasserstrahl aufwirbelt

Great Barrier Reef

Anemonen auf einer Peitschenkoralle. Deren Polypen bilden vielarmige, flexible Gerüste aus - besonders in planktonreicher Strömung, was auch den "Untermietern" zugutekommt

Great Barrier Reef

Partner im Riff: Imperatorgarnelen leben auf einer Seegurke

Great Barrier Reef

Fahnenbarsche suchen den Schutz der Gruppe

Great Barrier Reef

In den vergangenen 100 Jahren haben sich die Ozeane um durchschnittlich 0,7 Grad Celsius erwärmt. Genug für einen "Hitzestress", der weltweit die Korallen erbleichen lässt, indem sie sich ihrer farbigen Mikroalgen entledigen. Die Folge: Weichtiere verhungern, Algenteppiche überwuchern die Bauten

Great Barrier Reef

Forscher um den australischen Biologen Charlie Veron (vorn) sammeln Proben von Steinkorallen im Joan Reef. Vor allem gehen sie der Frage nach, was der Klimawandel für deren großflächige Ausbreitung bedeutet und wie stabil die Festungen der Nesseltiere gegen Stürme sind

Great Barrier Reef

Entscheidend wird sein, ob sich die Organismen der Erwärmung und Übersäuerung der Ozeane anpassen können. Wenn ja, müsste dies mit hohem Tempo geschehen: in gerade einmal vier Jahrzehnten, was nur wenigen Generationen entspricht

Great Barrier Reef

Wo auch immer etwa die Strömung genug Nahrung herbeiträgt, der Lichteinfall stimmt, die Zahl der Algenfresser groß genug ist, können Korallen bestehen - sogar auf einer Unterwasserboje

Great Barrier Reef

Untergang und neues Leben: Auf einer von Algen überwucherten Porites-Koralle haben sich junge Kolonien von Polypen gebildet. Ein Zeichen für die Robustheit des Systems? Klar ist gegenwärtig nur: Bestand oder Kollaps des Great Barrier Reef hängen von Faktoren ab, die der Mensch großenteils beeinflussen kann

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