Afrika, Mali: Kuhhirte Gouro Modi (36) und sein Sohn Dao (6) sind sehr erschöpft. Sie haben ihr Haus verlassen, weil es nicht genug Regen gab. "Alle Züchter und Hirten haben Angst. Wenn es kein Wasser gibt, werden wir danach graben müssen, damit die Kühe zu trinken haben", sagt Modi

Afrika, Tschad: Bäuerin Fatama Djapraul Mousa (25) mit ihren Kindern Ruca (7 Monate), Koundoum (7) und Omer (3). Wenn es zu heiß ist und es kein Wasser mehr gibt, können die Bauern nicht genug Nahrungsmittel produzieren, sagt die Bäuerin. Drei ihrer sechs Kinder sind gestorben

China: Ladeninhaber Yang Gengbao (69) und seine Frau Huang Lianfeng (68) vor ihrem von der Überschwemmung zerstörten Haus

Ozeanien, Kiribati: Fischer Tutaake Arawatou (59) fürchtet um sein Zuhause, die Insel. Der Meeresspiegel steigt, bei besonders hoher Flut werden die Tarofelder überschwemmt. "Jetzt sind sogar in Abaiang zwei oder drei Inseln praktisch verschwunden", klagt Arawatou

Südamerika, Peru: Lamahirtin Juliano Pacco Pacco (44) klagt über die Klimaveränderung: "Es regnet und schneit zu Zeiten, in denen man es nicht erwartet." Zu wenig Weideland für die Tiere und dadurch Nahrungsmittelknappheit für die Menschen seien die Folge. "Die Kinder werden sich möglicherweise anderswo Arbeit suchen", sagt sie

Russland, Jakutsk, Sibirien: Busfahrer Awetik (50) und Ludmila Nasarian (37) mit ihrer Tochter Liana (5). "Wir haben Angst hier zu leben. Das Eis unter unserem Haus schmilzt." Der Klimawandel belastet die Familie sehr: Die Sommer werden heißer und die Winter kürzer. Irgendwann wird ein Sommer kommen, in dem ihr altes Haus einstürzt, glaubt die Familie

Australien: Milchbauer Michael Fischer (60) hatte ein "sehr gutgehendes Unternehmen" mit 600 Kühen. Vor 14 Monaten musste er die Milchwirtschaft aufgeben - es gab kein Wasser mehr

Kanada, Tuktoyaktuk, Nordwest-Territorien: Walfänger und Jäger Sandy Adam (55) fürchtet um sein Haus. "Man kann sehen, wie sehr das Land erodiert ist", sagt er. "Unter uns ist nichts als Permafrost, und es wird alles früher oder später wegschmelzen", klagt der Inuvialuit. Sobald es wärmer wird, befürchtet er, "werden wir versinken"

USA: Chris Brower (43) ist Inhaber eines Bioladens in Silverthorne, Colorado. Mehrere Jahre hintereinander hat es in dieser Region eine schlimme Dürrezeit und einen Befall von Bergkiefernkäfern gegeben. 100 Prozent der großen Nadelwälder in Colorado sollen in fünf Jahren tot sein. "Es ist, als ginge in diesem Ort eine Ära zu Ende", sagt Brower

Schweiz, Grindelwald: Schäfer Christian Kaufmann klagt über das schmelzende Eis. "Der Gletscher hat in den vergangenen 25 Jahren mindestens 80 Prozent seines Volumens verloren", sagt er. Die Berghütte, die sein Großvaters in der Nähe des Gletschers errichtet hatte, sei vor drei Jahren den Hang herabgerutscht

Acht Monate reisten Monika Fischer und Mathias Braschler durch 16 Länder, sämtliche Kontinente und unterschiedlichste Landschaftsformen: von Polarregionen und Gebirgsgletschern bis zu Überschwemmunsgebieten und Wäldern. Sie fotografierten und befragten Menschen, deren Existenz durch die Zunahme extremer Wetterverhältnisse bedroht ist. Menschen, die infolge von Dürren hungern, infolge der Eisschmelze ihr Haus verlieren oder infolge von Überschwemmungen ihr Zuhause: die Insel.

Von den Folgen der Klimaveränderung sind vor allem die Armen dieser Welt betroffen, stellten die beiden Fotografen auf ihrer fotojournalistischen Reise fest. Vor allem die, die unter ökologisch schwierigen Bedingungen leben: in der Nähe sich ausbreitender Wüsten, überschwemmungsgefährdeter Flussufer oder schmelzender Gletscher.

Doch auch die wohlhabenden Städter in ihren klimatisierten Häusern werden die Auswirkungen der Klimaveränderung zu spüren bekommen, sind sich Fischer und Braschler sicher. "Das ist eine reale Bedrohung. Das ist ein wirkliches Problem. Und wir sollten unbedingt etwas dagegen tun", sagt Mathias Braschler.

Mehr über das Buch gibt es beim Verlag Hatje Cantz.

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Schicksale des Klimawandels erschienen bei Hatje Cantz, 29,80 €

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