Schattenläufer (Gesamtsieger)

Richard Peters über sein Foto: "Das Bild zeigt den Schatten eines Fuchses, der auf seinem nächtlichen Pirschgang durch meinen Garten schnürt. Um das städtische Umfeld einzubeziehen, hatte ich die Kamera so hoch positioniert, dass auch das benachbarte Haus in die Komposition einbezogen werden konnte, und mit einer 30-sekündigen Belichtungszeit gelang es mir, zusätzlich die Sterne am Nachthimmel abzubilden. Das Licht im oberen Stock des Nachbarhauses hatte ich gar nicht eingeplant, aber es unterstreicht sehr schön den Kontext zwischen tierischem und menschlichem Leben in der Stadt. Die Kamera wurde ausgelöst, als der Fuchs durch eine Lichtschranke lief."

Ein Abend im Hula-Tal (Vögel)

Juan Carlos Muñoz über sein Foto: "Diese Aufnahme entstand in einer Fischzuchtanlage im Hula-Tal, das in der Region Galiläa (Israel) liegt. Im sanften Abendlicht hoben sich kreisrunde Pfützen am Grunde eines abgelassenen Fischteiches kontrastreich von den dunklen Schlammflächen ab. Sie bildeten die perfekte Kulisse für einen Stelzenläufer (Himantopus himantopus), der im flachen Wasser nach Nahrung suchte. Das Hula-Tal ist ein wichtiger Rastplatz für Watvögel aller Art, und dank langjähriger Maßnahmen ist es dort gelungen, wirtschaftliche Nutzung und Naturschutz harmonisch zu verbinden."

Nächtlicher Star (Säugetiere)

Bence Mate über sein Foto: "Ich versuche immer wieder, neue Wege in der Naturfotografie zu beschreiten. Gerne fotografiere ich Tiere bei Nacht, was ganz spezielle Anforderungen mit sich bringt. Dieses Bild entstand mit einer fernausgelösten Kamera, die ich in einer alten Fischkiste versteckt hatte. Es war im Vorfeld nicht ganz einfach abzuschätzen, in welchem Verhältnis das Blitzlicht und das natürliche Licht der Sterne stehen mussten. Außerdem hoffte ich, das Tier nicht zu erschrecken, denn Wildschweine sind bei uns ausgesprochen scheu. Zum Glück hielt es während der Aufnahme still."

Ruhe im Fluss (Andere Tiere)

Quentin Martinez über sein Foto: "Junge Kaimane (Paleosuchus palpebrosus) halten sich tagsüber im Flachwasser auf, gut versteckt von dichter Vegetation, die sie vor ihren zahlreichen Feinden schützt. Erst wenn es dämmert, kommen sie heraus, um auf Nahrungssuche zu gehen. Ich kannte eine gute Stelle, an der viele junge Kaimane lebten. An diesem Tag waren keine Wolken am Abendhimmel, und das Licht der untergehenden Sonne spiegelte sich auf dem Fluss. Um die Fließbewegung des Wassers verwischt darzustellen, musste ich stark abblenden und wegen der langen Belichtungszeit mit Stativ arbeiten."

Das Phantom der Nacht (Pflanzen und Pilze)

Radomir Jakubowski über sein Foto: "Heimische Orchideen faszinieren mich schon von Kindesbeinen an. Der Frauenschuh (Cypripedium calceolus) ist dabei meine Lieblingsorchideenart in Deutschland, so dass ich jedes Jahr mehrere Tage damit verbringe, ausschließlich diese Pflanzenart zu fotografieren. Eines Morgens habe ich versucht, mein Gefühl in einem künstlerischen Foto wiederzugeben, und die kalte Morgenstimmung sowie den düsteren, bedrohlichen Wald in einem Bild zu vereinen."

Verschneite Bäume unter Vollmond, Halos und Polarlicht (Landschaften)

Esa Pekka Isomursu über sein Foto: "Eine ganz besondere Nacht im Syöte Nationalpark (Finnland). Über den verschneiten Fichten leuchtete der Vollmond, Eiskristalle waren in der Luft; gerade genug, dass sich Halos bilden konnten (unter ihnen auch ein seltener 9°-Ring), man die Sterne aber noch erkennen konnte. Während ich dieses Lichtphänomen fotografierte, tauchte plötzlich ein Vorhang aus Polarlichtern auf. Einen kurzen Moment lang tanzten sie über den Halos – gerade so lange, dass es mir gelang, diesen magischen Moment im Bild festzuhalten."

Düstere Zukunft (Unter Wasser)

Edwin Giesbers über sein Foto: "Von Mitte März bis Juni suchen Amphibien Gewässer auf, um sich fortzupflanzen. Diesen Kammmolch (Triturus cristatus) fotografierte ich in einem Tümpel in den Niederlanden indem ich die Kamera unter das Tier hielt. Das Bild ist Teil einer Story über bedrohte Amphibien, die ich 2014 für die niederländische Ausgabe des Magazins National Geographic gemacht habe. Schon in wenigen Jahren wird die niederländische Population des Feuersalamanders (Salamandra salamandra) nahezu erloschen sein. Ursache dafür ist eine Pilzart, die vermutlich durch asiatische Salamanderarten eingeschleppt wurde. Wissenschaftler befürchten, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis viele Amphibienpopulationen in ganz Europa kollabieren werden."

Lichtspiel auf der Deponie (Mensch und Natur)

Jasper Doest über sein Foto: "Diese Aufnahme entstand in einem kleinen Recycling-Betrieb in Südspanien, wo sich zahlreiche Weißstörche und Schwarzmilane versammeln, um in den kommunalen Abfällen nach Nahrung zu suchen. Diese Futterquelle ist verlässlich während des ganzen Jahres vorhanden, so dass die Vögel nicht mehr gezwungen sind fortzuziehen. Bei der Verwesung des Mülls entstehen starke Säuren, die durch das Besprühen mit Wasser verdünnt werden. Im Gegenlicht betrachtet ein interessantes Schauspiel, wenn auch übel riechend und von insgesamt zweifelhafter Schönheit."

Sprint am Waldrand (Atelier Natur)

Antje Kreienbrink über ihr Foto: "Diese Aufnahme entstand in 'Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen'. Jahrzehntelang wurde hier Bergbau betrieben. Heute wird die Region von Seen und Wäldern bestimmt und bietet Lebensräume für viele Arten. An einem Morgen leuchteten die Baumstämme in der Sonne. Fasziniert davon machte ich einige Bilder. Plötzlich sprintete ein Hase am Waldrand entlang. Drei Mal drückte ich den Auslöser, bis das Tier verschwand. An diesem Bild fasziniert mich der scheinbar bewegte Wald mit dem eingefrorenen Hasen."

Gitter (Jugendkategorie bis 14 Jahre)

Corentin Graillot Denaix über sein Foto:"Mein Vater und ich waren an diesem Tag früh aufgebrochen, um rechtzeitig zum guten Morgenlicht in den Ansitzhütten des Vogelschutzgebietes “Le Teich” (Frankreich) zu sein. Dieser Stelzenläufer befand sich im direkten Gegenlicht, so konnte ich ihn nur als Silhouette abbilden. Er stand dicht vor einem Maschenzaun, der seinen Brutplatz vor Fressfeinden schützt. Das Gegenlicht, der Zaun und die sternförmigen Reflexe auf dem Wasser waren die Zutaten zu diesem grafischen Bild."

Silhouette (Jugendkategorie bis 15-17 Jahre)

Marius Luca Bast über sein Foto: "Das Foto des Alpensteinbocks (Capra ibex) entstand am letzten Abend unseres Urlaubes im Berner Oberland im Sommer 2014. Nachdem wir 2010 und 2012 in Afrika gewesen waren, wollten meine Eltern und ich nun einmal eine völlig neue Gegend besuchen, in der man ganz andere Arten beobachten und fotografieren kann. Nach einigen Recherchen und Absprachen fiel die Wahl dann auf das Berner Oberland. Leider war das Wetter in unseren knapp zwei Wochen Urlaub zumeist grau und verregnet. So war das Gegenlicht am Abend und diese Silhouette des Steinbockes ein Highlight des Urlaubes, das über die teilweise enttäuschenden Tage davor hinwegtröstete."