Kein Warmduscher

Diese Braunalge liebt es eisig: Phaeurus antarcticus lebt in antarktischen Gewässern und gedeiht am besten bei einer Temperatur zwischen null und fünf Grad Celsius

Zu Gast auf der Alge

Eine Kolonie aus Tausenden, kaum einen Millimeter großen beigefarbenen Moostierchen bewächst Teile dieser marinen Rotalge. Die Rhodymenia obtusa ist beheimatet in den Küstengewässern der Südkontinente

Ganz schön aufsässig

Die Verästelungen von Microcladia coulteri sind vor der Westküste Kanadas ein echter Blickfang. Diese Rotalge lebt "epiphytisch": Ihre Haftorgane sitzen auf anderen Algen

Ist der nicht süß?

Ja, ist er. Zumindest geschmacklich. Der braune Zuckertang Saccharina latissima findet sich in unseren Breitengraden bisher eher selten auf dem Teller. Er enthält Zuckerstoffe, denen er sein dezentes Aroma und seinen Namen verdankt. Sein Vetter S. japonica wird in Japans Küche als "Kombu" hoch geschätzt

Vorteil durch Röte

Rotalgen wie Chylocaldia verticillata besitzen rote Pigmente, die Sonnenlicht noch in größeren Tiefen nutzen können

Gigant der Meere

Macrocystis pyrifera ist das größte festgewachsene Lebewesen im Meer. Auf dem Bild ist der obere Bereich des Riesentangs zu sehen. In dieser Wachstumszone können seine "Blätter" (wissenschaftlich als Phylloide bezeichnet) um bis zu 30 Zentimeter sprießen - an einem einzigen Tag

Unterwasserwald

Von den Kanaren bis Neuseeland bietet die Braunalge Ecklonia radiata mit ihrem dichten Blätterbaldachin vielen Lebewesen Schutz und Nahrung. Jungfische können sich hier bestens vor Räubern verstecken

Im Algen-Kindergarten

Bevor sie in einer Algenfarm ins Meer gehängt werden, müssen kleine, junge Zuckertange im Labor an einem Seil festwachsen

Gemüse vom Meeresgrund?

Nein, hier ist kein Kopfsalat zu sehen, sondern die Seetangart Lessonia variegata im Meer vor den Poor Knights Islands. Die Inselgruppe vor der Nordostküste Neuseelands ist ein besonders artenreiches Schutzgebiet - unter anderem weil Algenwälder hier bis in 20 Meter Tiefe vielfältige Lebensräume schaffen

Weltweit gibt es Tausende Arten von Algen. Man unterscheidet Mikroalgen (meistens mikroskopisch kleine, zum Plankton gehörende Einzeller) und Makroalgen, mit Strukturen, die an Blätter, Stiele oder Wurzeln von Pflanzen erinnern. Manche Makroalgen werden mehr als 50 Meter lang und bilden ganze Unterwasser-"Wälder".

Makroalgen gibt es in Braun, Rot und Grün, alle betreiben Fotosynthese. In Teilen Asiens sind sie seit Jahrtausenden ein traditionelles Nahrungsmittel. Nori, aus japanischen Rotalgen, hat es als Wickel um gefüllte Reisröllchen auch in europäische Küchen und Mägen geschafft.

Aber sonst sind Algen in Europa nur in einigen Küstenregionen im kollektiven Kochgedächtnis verankert. In Irland etwa hat der Verzehr von Seetang seit dem Mittelalter Tradition. Während der Hungersnot im 19. Jahrhundert seien Algen für viele Iren die Rettung gewesen, berichtet die irische Algenköchin und Ärztin Prannie Rhatigan. Leider hätten sie dadurch jedoch auch einen Imageschaden erlitten: als Armeleuteessen.

Dabei sind die Vorzüge von Algen beachtlich. Sie enthalten viele Stoffe, die der Mensch zum Leben braucht: Vitamine, Spurenelemente wie Zink, Jod und Eisen, essenzielle Aminosäuren, Omega-3-Fettsäuren. Weil sie Stoffe aus dem Meerwasser aufnehmen, enthalten Makroalgen deutlich mehr Mineralstoffe als Landpflanzen, so auch Kalzium oder Magnesium.

Lesen Sie die ganze Reportage im GEO Magazin Nr. 2/2016

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