Japan: Autofahren und Umwelt schonen

Während im Rest der Welt noch geforscht wird, sollen in Japan bereits 2008 wasserstoffgetriebene Autos vom Band laufen

Kein Benzin, sondern 171 Liter Wasserstoff soll der Tank des "FCX Concept Car" fassen, den Honda im September 2006 vorgestellt hat. Rassiges Design, 570 Kilometer Reichweite und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern lassen alles andere als ein betuliches Ökomobil erwarten. Die Energie-Effizienz liegt beim Wasserstoffantrieb, laut Honda, bei zirka 60 Prozent. Damit würde das neue Aggregat ein Fahrzeug mit Benzinmotor um das Dreifache übertreffen!

Keine dicke Luft mehr in der City

Während westliche Hersteller wie Volkswagen und Mercedes die Brennstoffzelle seit Jahren ankündigen, selbst der japanische Konkurrent Nissan jüngst noch von "20 Jahren" bis zur Serienreife ausging, gibt Honda jetzt richtig Gas. Wenn in Standardmodellen künftig Wasserstoff den Strom für einen Elektromotor erzeugt, ist der Traum von der schadstofffreien Emission in Erfüllung gegangen. Die Passanten in den überlaufenen Stadtzentren Japans dürften buchstäblich aufatmen. Und sich über eine deutliche Senkung des Lärmpegels freuen: Wasserstoffgetriebene Autos fahren fast geräuschlos.

Eine Tankstelle im Vorgarten

Gedanken hat sich Honda aber nicht nur über das Auto der Zukunft gemacht, sondern auch über dessen möglichst komfortable Versorgung mit Treibstoff. Entwickelt wurde eine Heimtankstelle, die vor der japanischen Haustür das Erdgas der Stadtwerke in Wasserstoff für das Auto umwandelt - und dabei noch Strom und Warmwasser für den Haushalt liefert. Angesichts solcher vorbildlich geschlossener Energiekreise brauchen Japans Autofahrer ab 2008 kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, wenn sie das Gaspedal ihres Autos durchtreten.

Was wird die gute Idee kosten?

Auch wenn die Konstrukteure von Honda das Antriebsaggregat inzwischen auf eine gut zu handhabende Größe heruntergerechnet haben, ist eine nicht ganz unerhebliche Frage noch völlig offen: Was wird der "FCX Concept Car" später einmal kosten? Kann sein, dass sich dann die Schere zwischen Wunsch und Wirklichkeit wieder weit öffnen wird. Oder der japanische Staat mit finanziellen Anreizen Geburtshelfer für eine neue, zukunftsweisende Form von Mobilität spielen wird.

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Künftig soll Wasserstoff den Strom für einen Elektromotor erzeugen

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