Stromfresser: Wie man sie erkennt und ausschaltet

Jedes Jahr werden in Deutschland vier Milliarden Euro verschwendet und acht Millionen Tonnen Kohlendioxid freigesetzt - nur durch Elektrogeräte im Stand-by-Betrieb
In diesem Artikel
Heizung und Stand-by
3. Es werde Licht! Stromfresser Glühlampe

Heizung und Stand-by

Seit die Energiekosten explodiert sind, wird das Thema Stromverbrauch heiß diskutiert. Um Strom zu sparen, kann jeder einzelne mehr tun, als er denkt. Dafür muss man weder frieren noch darben. Es gilt einfach nur, die größten Stromfresser unter den Haushaltsgeräten zu entdecken und zu entschärfen.

Hier die Top-Vier der Stromfresser und Ratschläge, wie man deren Energieverbrauch reduzieren kann:

1. Das lässt nicht kalt: Stromfresser Heizung

Die Raumwärme stellt in einem im Winter relativ kalten Land wie Deutschland mit 78 Prozent den Anwendungsbereich mit dem höchsten Energieverbrauch dar. Aber niemand will bei Kälte darauf verzichten, im Warmen zu sitzen. Das hat jedoch seinen Preis. Die alljährliche Rechnung fürs Heizen beschränkt sich nicht allein auf Öl- oder Gaskosten. Öl- und Gasheizungen verbrauchen auch Strom, denn die Umwälzpumpe muss das warme Wasser von der Heizanlage zu den Heizkörpern transportieren - je höher, desto energieintensiver. So kommen schnell Stromkosten von rund 100 Euro im Jahr zustande. Nachtspeicherheizungen speichern zwar den im Vergleich zum Normaltarif günstigeren Nachtstrom, haben aber eine um zwei Drittel verringerte Wirkung und verbrauchen immer noch mehr Strom als andere Heizungsverfahren.

Energieeffiziente Geräte und ein bewusster Umgang mit der Heizung halten die Wärme im Raum und helfen gleichzeitig, Mehrkosten zu reduzieren. Unabhängig vom Stromverbrauch werden auch Brennstoffe und Fernwärme zum Heizen und zur Warmwasserbereitung immer teurer. Investitionen in Wärmedämmung, zum Beispiel durch besser isolierte Fenster, Dachböden oder Außenwände, zahlen sich deshalb langfristig fast immer aus.

2. Immer unter Strom? Stromfresser Stand-by-Funktion

Auf den ersten Blick klingt es logisch: Ein Radiorekorder, der ausgeschaltet ist, ist eben – aus. Dass er in der so genannten Stand-by-Funktion dennoch Strom schluckt, ist vielen Verbrauchern nicht bewusst. Das rote Lämpchen aber zeigt es an: Das Gerät ist betriebsbereit und damit auch angeschaltet – nur eben in Wartestellung. Wer Fernseher, HiFi-Anlage, Video-Recorder, Radios, DSL-Router und andere Geräte 19 bis 24 Stunden an 335 Tagen im Jahr im Stand-by-Modus laufen lässt, zahlt bei einem Strompreis von 20 Cent pro Kilowattstunde etwa 104 Euro jährlich drauf. Und das ohne jede Gegenleistung. Denn was bei Anrufbeantwortern noch Sinn machen kann – sie sind schließlich ähnlich wie Kühlschränke meist rund um die Uhr in Betrieb –, erfüllt beim Fernseher oder bei der Musikanlage keinen Nutzen.

Sinnvollere Extras haben meistens ihren Preis, nicht nur beim Kauf, sondern auch in Sachen Strom: Wer stolzer Besitzer einer Kaffee-Espresso-Maschine mit Warmhaltevorrichtung für Tassen ist, kann mit Mehrkosten in der Stromrechnung von bis zu 70 Euro jährlich rechnen. Wie kann man die versteckten Stromfresser erkennen? Oft leuchten Lämpchen oder blinken Uhren an den Geräten. Auch ein Wärmetest kann helfen: Fühlt sich das Gerät auch noch längere Zeit nach dem Ausschalten warm an, so fließt Strom. Vollkommen auf Nummer sicher geht der Verbraucher, der sich ein Strommessgerät zulegt und dieses zwischen Steckdose und Netzstecker des Elektrogerätes hält. Manche Geräte, wie zum Beispiel Wasserkocher, haben keine echte Ausschaltfunktion, und nicht jeder Mehrfachstecker verfügt über einen Ausschaltknopf an der Seite. In solchen Fällen hilft nur eines: Stecker ziehen!

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Unnötiger Stromfresser: die Standby-Funktion

3. Es werde Licht! Stromfresser Glühlampe

Die von Thomas Alva Edison perfektionierte Glühlampe gibt es seit fast 130 Jahren. Seitdem hat sich an dem Leuchtprinzip im Grunde nicht viel verändert: Immer noch erzeugen sie Licht, indem sie mittels elektrischer Energie einen Draht zum Glühen bringen. Dabei wird jedoch nur fünf bis zehn Prozent der Energie in für uns sichtbares Licht umgewandelt. Der Rest liegt im unsichtbaren Infrarotbereich und wird als Wärme wahrgenommen. Nach durchschnittlich einem Jahr brennt der Draht durch. Energiesparlampen dagegen halten bis zu 15 Jahre und wandeln fünf Mal mehr Strom in Licht um als herkömmliche Glühbirnen. Mit nur elf Watt erreichen sie die Helligkeit einer Glühlampe mit 60 Watt – ohne deren Hitze zu erzeugen.

Das rentiert sich über die Jahre. Eine Glühlampe mit 60 Watt Leistung verursacht nach zehn Jahren Stromkosten von rund 120 Euro. Ihr energiesparendes Gegenstück schlägt mit nur 22 Euro jährlich zu Buche. Ein größerer Haushalt mit zwanzig Lampen zu 60 Watt spart deshalb nach zehn Jahren um die 2000 Euro, wenn er ausschließlich Energiesparlampen nutzt. Halogenlampen sind keine wirkliche Alternative zu Energiesparlampen. Zwar haben sie im Vergleich zu herkömmlichen Glühbirnen eine doppelt so hohe Lebensdauer und Lichteffizienz. Energiesparlampen weisen dennoch immer noch eine dreimal bessere Lichtausbeute auf.

Allerdings gibt es auch ein paar Nachteile der kleinen „Leuchttürme“ in Sachen Stromsparen: Nicht alle Energiesparlampen lassen sich dimmen, manche brauchen zudem eine gewisse Vorlaufzeit, ehe sie leuchten. Zwischen dem Anschalten der Lampe und dem ersten Aufleuchten können so mitunter bis zu drei Sekunden vergehen. Wer Lampen häufig an- und ausschaltet, sollte in jedem Fall eine Energiesparlampe mit hoher Schaltfestigkeit wählen. Dies sind in der Regel Geräte mit Vorheizphase.

4. Nichts anbrennen lassen: Stromfresser Kochstellen und Elektroherde

Noch gibt es für Kochstellen kein EU-Label – dafür aber jede Menge Tipps, um auch hier bei der Stromrechnung nicht allzu viel anbrennen zu lassen. Zwar mögen Gaskocher und gusseiserne Platten robust sein, sie verbrauchen jedoch auch mehr Strom als die manchmal empfindlichen Glaskeramik-Kochfelder. Kochfelder mit so genannter Induktionstechnik sind in der Anschaffung teuer und nicht für alle Töpfe geeignet. Induktionsgeräte verfügen über spezielle Generatoren und Spulen, die ein sehr wirksames, berührungsloses Erwärmen von Metallen ermöglichen.

Wer sich die neuen Techniken noch nicht anschaffen kann oder möchte, der kann trotzdem ein paar Tipps zum Stromsparen beachten. Insbesondere Elektroherde mit Platten aus Gusseisen haben recht lange Nachheizphasen, die sich nutzen lassen: Ist die Speise erwärmt, einfach den Herd ausschalten und die Restwärme nutzen. Man sollte auch darauf Acht geben, kleine Töpfe nicht auf unpassend große Platten zu stellen. So geht unnötig Energie verloren. Dampf ablassen kann zwar notwendig werden, im Leben wie beim Kochen. Zu viel des Guten ist jedoch bei beidem wenig hilfreich. Ein Deckel auf dem Topf hält die Wärme genau dort, wo sie hingehört: in der Speise.

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