Spargel stechen, schälen, kochen

Um das beliebte Saisongemüse ranken sich viele Mythen: Spargel habe aphrodisierende Wirkung, entwässert und mache krank. Welche stimmen? Die Wahrheit über das Staudengewächs

Dick oder dünn? Kurz oder lang? Ein Spargel-Leben dauert eine Saison, beginnt mit der Frage, ob grün oder weiß, und endet mit einem unangenehmen Geruch. Hier der Lebenslauf des Staudengewächses vom Anfang bis zum - hoffentlich nicht bitteren - Ende:

Spargelanbau

Geschichte: Bereits im antiken Griechenland war die entwässernde Wirkung des Spargels bekannt. Kultiviert wurde Spargel erstmals von den Römern. In Deutschland begann der Anbau etwa in der Mitte des 16. Jahrhunderts.

Weiß oder Grün? Grüner Spargel wächst im Gegensatz zu weißem oberirdisch. Dadurch schmeckt er nicht nur würziger, sondern enthält auch mehr Vitamin C. Da er nicht geschält wird, beinhaltet er zudem mehr Vitamine.

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Sonnengewächs: Grüner Spargel wächst im Gegensatz zu weißem oberirdisch

Spargel stechen

Spargelsaison: Die Spargelsaison dauert von Mitte April bis 24. Juni. Traditionell wird die Ernte an Johanni beendet, um den Pflanzen genug Zeit zur Regenerierung zu geben.

Bitterstoffe: Spargel schmeckt bitter, wenn er zu nah am Wurzelstock gestochen wurde. Auch Zucker im Kochwasser hilft hier nicht.

Spargel kaufen

Frischetest: Um zu überprüfen, ob Spargel frisch ist, einfach zwei Stangen aneinander reiben. Quietscht es, ist der Spargel frisch. Auch die Schnittenden geben einen Hinweis auf die Frische, hier wird allerdings oft getrickst, indem trockene Enden vor dem Verkauf abgeschnitten werden. Ritzt man die Enden etwas an, sollte Saft austreten.

Lagerung: Spargel sollte auf jeden Fall kühl gelagert werden. Bleichspargel zur Aufbewahrung in ein feuchtes Tuch wickeln. Grünen Spargel aufrecht in Wasser lagern.

Spargel zubereiten

Spargel schälen? Bleichspargel sollte (außer an den Spitzen) ganz geschält werden, grüner Spargel nur am Schnittende.

Spargel aufwärmen? Aufgrund der Nitratarmut kann gekochter Spargel bedenkenlos aufgewärmt werden.

Spargel essen

Spargel als Aphrodisiakum: Obwohl dem Spargel häufig eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird, gibt es für diesen Effekt bisher keinen stichhaltigen Beweis.

Unangenehmer Uringeruch: Schwefelhaltige Verbindungen im Spargel können im Körper derart umgesetzt werden, dass die Endprodukte im Urin einen unangenehmen Geruch zur Folge haben. Die Veranlagung dazu scheint genetisch bedingt zu sein.

Die Spargel-Debatte: Wundermittel oder Krankmacher?

Zunächst zu den guten Nachrichten: Neben einer Vielzahl von Vitaminen (Vitamin A, B1, B2, B6, C und E) enthält Spargel auch einige wichtige Mineralstoffe (u. a. Eisen, Kalzium und Magnesium). Zudem regen die enthaltene Asparaginsäure und der hohe Kaliumgehalt die Nierenfunktion an. Dies verleiht dem gemeinen Spargel - Asparagus officinalis L. - seine entwässernde und entgiftende Wirkung. Wer auf eine Spargeldiät baut, sollte deshalb immer genug trinken, um seinen Körper nicht auszutrocknen.

Nun zu den Schattenseiten: Purine im Spargel können bei anfälligen Menschen Gicht und Nierensteinen zur Folge haben, da sich Harnsäure ansammeln und zu kristallinen Ablagerungen führen kann. Es sei jedoch erwähnt, dass der Puringehalt weit unter dem vieler anderer Nahrungsmittel liegt und lediglich der übermäßige Konsum in der Spargelsaison derartige Beschwerden zur Folge haben kann.

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