Sind Drehtüren ökologisch?

Viele Gebäude haben Drehtüren als Eingänge, oft automatische. Ist das ökologisch sinnvoll? Fragt Dieter Hahn aus Hamburg

Als ein gewisser Herr Bockhacker aus Berlin 1881 seine "Thür ohne Luftzug" zum Patent anmeldete (und so dem US-Amerikaner Theophilus Van Kannel, der sich später als Drehtür-Erfinder feiern ließ, deutlich zuvorkam), war die Erderwärmung noch kein Thema. Daher konnte Bockhacker auch nicht ahnen, dass die automatische Variante seiner Erfindung ökologischer ist als die klassische Schwingtür - zumindest, wenn sie sich dank eines Personensensors nur bei Bedarf dreht. Ohne Drehtür- Barriere ist wesentlich mehr Energie nötig, um die Gebäudetemperatur zu regulieren.

Studenten des Massachusetts Institute of Technology haben es am Beispiel eines Campusgebäudes errechnet: Würden alle Besucher die revolving door statt der beiden Schwingtüren benutzen, ließen sich jährlich 14,6 Tonnen CO2 und 75 000 Kilowattstunden Energie einsparen - etwa 1,5 Prozent der Gesamtmenge, die zum Heizen und Kühlen des Gebäudes benötigt wird. Dass es noch umweltfreundlicher geht, bewies 2008 die niederländische Firma Boon Edam, die in einem Bahnhofscafé die erste Öko-Drehtür der Welt installierte, manuell bedient und ausgestattet mit einem Generator zur Stromerzeugung. Das MIT-Team übrigens beobachtete einen Nachahm-Effekt an der Drehtür - es lohnt sich also, mit gutem Beispiel voranzugehen.

Haben auch Sie eine Frage an "Das Grüne Gewissen"? Dann schreiben Sie uns eine Mail!

GEO.de Newsletter