Elektroschrott Schrott-Werte

Weltweit landen 40 Millionen Tonnen Altgeräte pro Jahr auf dem Schrott: Computer, Telefone, Elektroherde. Ein giftiges Erbe. Und ein Milliardengeschäft mit "Sekundärrohstoffen". Vier Fragen zu einer der ergiebigsten Rohstoffquellen der Welt
Schrott-Werte

Elektroschrott - was ist das?

Unter den Begriff fallen alle ausgemusterten Elektro- und Elektronikgeräte sowie deren Bestandteile. Also etwa Kühlschränke, elektrische Zahnbürsten oder Waschmaschinenmotoren; außerdem Unterhaltungselektronik von der Satellitenschüssel bis zum MP3-Spieler, ferner Computer, Smartphones, Ladegeräte oder Grafikkarten. Nicht dazu gehören zum Beispiel industrielle Großtechnik, Akkus oder Nachtspeichergeräte.

Wie viel Elektroschrott fällt pro Jahr an?

Schätzungen gehen von 40 Millionen Tonnen weltweit aus, etwa sechs Kilogramm pro Kopf. Für Deutschland schätzt der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) die jährliche Menge auf über eine Million Tonnen. Laut Greenpeace werden EU-weit nur 25 Prozent des Elektro-schrotts ordnungsgemäß gesammelt; über den Verbleib der restlichen drei Viertel gebe es keine gesicherten Informationen. Ein Großteil werde wohl illegal entsorgt.

Was lässt sich am Elektroschrott recyceln?

Vor allem die Metalle. So besteht ein durchschnittlicher Kühlschrank rund zur Hälfte aus Stahl, Kupfer und Aluminium. Und in einer Tonne gebrauchter Handys steckt etwa 40-mal mehr Gold als in einer Tonne Erz aus der Goldmine. Allein die schätzungsweise 83 Millionen Althandys in Deutschlands Schubladen bergen unter anderem 1,66 Tonnen Gold im Wert von fast 57 Millionen Euro, 15 Tonnen Silber (8,7 Mio. Euro), 644 Tonnen Kupfer (3,6 Mio. Euro) sowie 50 Kilogramm des teuren Edelmetalls Palladium (817 000 Euro).

Besteht eine Pflicht zum Recycling von E-Schrott?

Ja. Auch die neue Richtlinie 2012/19/EU des EU-Parlaments und des Europäischen Rats verlangt ausdrücklich die von anderen Abfällen getrennte Sammlung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten und verbietet deren Beseitigung, bevor sie nicht "ordnungsgemäß behandelt" wurden, also zur Wiederverwendung vorbereitet oder zum Recycling zerlegt und enthaltene Schadstoffe entfernt wurden. Der Export von Geräten, die nicht mehr "voll funktionsfähig sind", ist nach der EU-Richtlinie verboten. Sie sollte bis 2014 in nationales Recht umgesetzt sein, ein Gesetzentwurf aber steht in Deutschland bis heute aus. Laut Umweltbundesamt wurden 2008 schätzungsweise rund 155 000 Tonnen E-Schrott aus Deutschland nach Afrika und Asien exportiert, die im Sinne dieser EU-Richtline Abfall waren. Nach Schätzungen der Hamburger Ökopol GmbH hat die illegal exportierte Menge an E-Abfall seither deutlich zugenommen. Das deutsche Strafgesetzbuch sanktioniert illegalen Müllexport mit Gefängnis- oder Geldstrafen.

Schrott-Werte

Fachhändler: Geschätzt sind weniger als 30 Prozent der nach Afrika verschifften Geräte noch funktionsfähig und nutzbar

Kai Löffelbein, der Fotograf der Elektroschrott-Reportage, erzählt in einer Audioslideshow selbst von seiner Arbeit an dem Projekt - und den Hindernissen, die sich dabei vor ihm aufgetürmt haben