Klimaschutz zu Hause Klimakiller Hund und Katze: So verringern Sie ihren CO2-Pfötchenabdruck

Unsere vierbeinigen Freune torpedieren ungewollt unsere Klimaschutz-Bemühungen. Vor allem, weil sie Massen von Fleisch vertilgen. Wir geben Tipps, was Sie tun können, um die Klimabilanz Ihrer pelzigen Hausgenossen aufzuhübschen
Katze rohes Fleisch

Sie fliegen nicht, haben keine Autos - und sind doch Klimasünder: Katzen

Katzen und Hunde sind treue Gefährten, sie vermitteln gute Gefühle, zwingen uns, uns regelmäßig zu bewegen (zumindest Hunde) - und sind die Stars lustiger Videos. Kein Wunder also, dass sie fast überall auf der Welt beliebt sind. Und nirgendwo sind sie beliebter als in den USA. In fast 70 Prozent aller US-Haushalte findet sich ein Haustier - meist ein Hund.

Allerdings hat das seinen Preis. Den haben nun amerikanische Forscher berechnet. Demnach gehen fast ein Fünftel der Kalorien, die Amerikaner jährlich zu sich nehmen, auf das Konto der Vierbeiner. Das hat Folgen für das Klima. Denn Hunde und Katzen fressen vor allem klimaschädliches Fleisch. 64 Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen erzeugen die US-Vierbeiner jährlich. Außerdem sind sie für bis zu 30 Prozent der Umweltbelastungen verantwortlich, die die Fleischproduktion mit sich bringt. So etwa der Verbrauch von Flächen, Wasser, fossilen Brennstoffen und der Eintrag von Phosphaten und giftigen Pflanzenschutzmitteln.

Wären die Katzen und Hunde der USA eine Nation, so rechnen die Wissenschaftler vor, würden sie den fünften Platz in der Liste der Länder mit dem größten Fleischkonsum belegen - getoppt nur von Russland, Brasilien, den USA und China. Das liegt auch daran, dass ihre Herrchen und Frauchen es zu gut mit ihnen meinen: Mehr als die Hälfte aller Katzen und Hunde sind übergewichtig, schätzt die Association for Pet Obesity Prevention.

Kritisch sehen die Forscher den Trend zu immer hochwertigerem Tierfutter. Denn neben Knochenmehl und anderen Geweben, die für den menschlichen Verzehr nicht geeignet sind, landen im Tierfutter zunehmend Filetstücke, die auch Menschen essen könnten. Hinzu kommt, dass weltweit immer mehr Menschen sich vierbeinige Lieblinge halten wollen – und auch können. Gerade in China mit seiner anwachsenden Mittelschicht könnte der Fleischkonsum der flauschigen Hausgenossen zu einem handfesten Klimaproblem anwachsen.

Der Weg zum klimafreundlichen Haustier

Was können Hunde- und Katzenbesitzer tun, um den Klima-Fußabdruck ihrer Lieblinge zu verringern?

  • Füttern Sie nur so viel, wie Ihr Haustier wirklich braucht. Übergewicht tut weder dem Tier noch der Umwelt gut.
  • Ob sich Hunde und Katzen auch vegetarisch oder sogar vegan (also besonders klimafreundlich) ernähren lassen, darüber gehen die Meinungen auseinander. Der Vegetarierbund Deutschland ist der Meinung: Das geht. Und zwar sowohl bei Katzen als auch bei Hunden. Hier ist jeder Tierhalter gefordert, selbst zu recherchieren und auszuprobieren. Und dabei das Wohl des Tieres im Blick zu behalten, selbstverständlich.
  • Etwas besser als konventionell erzeugtes Fleisch wäre immerhin Fleisch aus Bio-Produktion. Hier sind die Umweltschäden etwas geringer.
  • Hunde fressen zwar mehr Fleisch, trotzdem sind Katzen die Klimakiller Nummer eins – weil ihre Haltung mehr Abfall mit sich bringt. Zum Beispiel Katzenstreu. Bevorzugen Sie kompostierbare Katzenstreu – und kompostieren Sie sie, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben.
  • Wenn die nächste Entscheidung für ein Haustier ansteht: Vielleicht tut es auch ein Kaninchen oder ein Meerschweinchen?
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