Nachhaltigkeit Mit diesen zehn Tipps sparen Sie effektiv Papier

Die Papierherstellung verschlingt große Mengen Holz, Energie und Wasser. Wir sagen Ihnen, was Sie tun können, um weniger Papier zu verbrauchen
Papierkorb

Zum Wegwerfen zu schade: Papier

1. Verzichten Sie auf Pappbecher

Ok, eigentlich wussten wir das schon: Wegwerfbecher sind nicht nachhaltig. Sie sind geradezu ein Paradebeispiel für sinnlose Verschwendung. Zwar werden in Deutschland schon fast 75 Prozent aller Papiere aus Altpapier hergestellt. Doch Pappbecher gehören nicht dazu. Also wird für jeden Becher Frischfaser aus extra gefällten Bäumen verwendet. Hinzu kommt der Energieaufwand und der Wasserverbrauch für die Produktion. Und so ein Becher lässt sich wegen seines Kunststoffanteils noch nicht einmal sauber recyceln. Er ist einfach nur Müll.

Verwenden Sie lieber richtiges Glas oder Porzellan. Oder lassen Sie Ihren Kaffee in einen mitgebrachten Mehrweg-Becher abfüllen.

2. Im Laden shoppen, nicht online

Ist Ihnen mal aufgefallen, wie viel Verpackungsmaterial den Papiercontainer verstopft? Wir produzieren allein durch unser Online-Shopping, mit Verpackungen und Füllmaterial Berge von Papiermüll. Hinzu kommen Retouren. Warum nicht einfach mal wieder im Laden shoppen gehen (mit einer mitgebrachten Tüte oder Tasche)? Im Laden stöbern macht Spaß. Bücher können Sie sich bei vielen größeren Buchhandelsketten auch an eine Filiale zur Abholung schicken lassen.

Übrigens: Wenn Sie essen gehen, statt sich die Pizza bringen zu lassen, sparen Sie die Einweg-Pappverpackung. Und – wenn Sie mit dem Rad hinfahren – auch noch die Emissionen, die bei der Lieferung anfallen.

3. Erst überlegen, dann drucken

  • Wir sind es gewohnt, Dokumente einseitig zu bedrucken. Doch zunächst sollten Sie sich fragen, ob Sie den Ausdruck überhaupt brauchen.
  • Und wenn es nötig ist: Verwenden Sie für alltägliche Zwecke auch die Rückseite des Blattes. Moderne Drucker können heute auch zweiseitig drucken.
  • Sie können Text auch verkleinern und mehrere Seiten auf ein Blatt drucken (A5 statt A4).
  • Drucken sie nur die Seiten, die sie auch wirklich brauchen, also zum Beispiel nicht das Deckblatt oder den Anhang eines Dokuments.

Um auch noch Tinte zu sparen, können Sie die Druckgeschwindigkeit herauf-, bzw. die Druckqualität herabsetzen. Schrift und Bilder werden dann heller.

4. Papier wiederverwenden

Sie müssen Dokumente, die Sie nicht mehr brauchen, nicht gleich in die (Altpapier-)Tonne werfen. Alles, was nicht datenschutzrelevant ist, können Sie Ihren Kindern zum Malen geben. Oder in vier gleiche Teile schneiden und als Notizzettel verwerten. Dekorative Kalenderblätter lassen sich auch als Briefumschläge upcyceln. Oder als Geschenkpapier.

5. Recyclingpapier verwenden (Blauer Engel)

Klar, das umweltfreundlichste Papier ist dasjenige, das wir gar nicht erst verbrauchen. Das zweitumweltfreundlichste ist das, das wir mehrmals verwenden. An dritter Stelle kommt Recyclingpapier. Um ganz sicher zu gehen, dass das Papier, das Sie benutzen, umweltfreundlich ist, sollte Sie sich am besten an dem Umweltzeichen Der Blaue Engel orientieren. Der garantiert nämlich nicht nur, dass das Papier aus 100 Prozent Altpapier besteht – sondern auch, dass bei der Produktion Energie und Wasser gespart wurden.

Recyclingpapier braucht im Vergleich zu Frischfaserpapier in der Produktion nur rund die Hälfte der Energie. Und nur ein Drittel der Wassermenge.

6. Stofftaschentücher statt Papiertaschentücher nutzen

In der Erkältungszeit unentbehrlich sind Taschentücher. Aber wer sagt denn, dass sie aus Papier sein müssen? Taschentücher aus Textilien sparen gegenüber Produkten aus Frischfasern jede Menge Ressourcen und Energie - vorausgesetzt, wir verwenden sie mehrmals. Regelmäßig waschen und fertig.

In der Erkältungszeit, wenn viele fiese Erreger herumschwirren, kann es allerdings sinnvoll sein, Papiertaschentücher zu benutzen. Dann aber bitte aus Recycling-Papier mit dem Blauen Engel.

7. Reklamesendungen abbestellen

Quellen bei Ihnen auch regelmäßig Werbesendungen aus dem Briefkasten? Das Einfachste ist, über dem Briefschlitz einen Vermerk anzubringen: „Bitte keine Werbung“. Denn die landet meist doch nur im Altpapier. Wenn Sie noch weiter gehen wollen, können Sie sich auch in die sogenannte „Robinson-Liste“ eintragen lassen: www.robinsonliste.de

8. Papiersparen in der Küche

Statt der Küchenrolle für den Einmalgebrauch können Sie Verschmutzungen auch mit Lappen und Handtuch zu Leibe rücken. Die sollten Sie dann allerdings regelmäßig mit in die Waschtrommel werfen. Einmal-Servietten aus Papier müssen auch auf dem Tisch nicht sein. Die werden oft kaum benutzt und trotzdem am Ende des Abends weggeworfen. Stoffservietten sehen ohnehin edler aus. Auf Einweggeschirr, egal ob aus Pappe oder Plastik, sollten Sie bei der Party ganz verzichten.

9. Bücher und Zeitschriften gebraucht kaufen und verkaufen

Jeder hat sie im Regal: Bücher und Zeitschriften, die man nicht mehr braucht. Verschenken Sie sie, zum Beispiel an eine Bücherhalle in Ihrer Nähe. Oder bieten Sie sie einem Antiquariat oder auf einem Flohmarkt an. Es gibt gute Plattformen, auf denen Sie kostenlos inserieren und Gebrauchtes lokal kaufen und verkaufen können.

Bedenken Sie, dass beim Versand erneut Papier und Energie verbraucht werden.

10. Beim Einkauf auf sparsame Verpackung achten

Bevorzugen Sie Produkte, die nicht doppelt und dreifach in Papier (und/oder Plastik) eingepackt sind. Vieles können Sie ganz einfach lose in einem mitgebrachten Stoff- oder Polyesterbeutel nach Hause tragen.

Mehr Tipps: www.papierwende-berlin.de/downloads/papierkonsum/50_ideen_zum_papiersparen.pdf

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