Januar: Das Gartenjahr planen

Damit Sie Ihren Balkongarten das ganze Jahr über genießen können, empfiehlt sich ein Garten-Jahresplan. Zu Beginn des Jahres sollten Sie Ihre Saatgutvorräte durchsehen und eventuell gleich neue Sämereien bestellen sowie Ihre Geräte und Töpfe kontrollieren.

Februar: Düngermenge richtig bemessen

Im Garten können Pflanzen wichtige Nährstoffe aus den Reserven des Bodens ziehen. Im Topf funktioniert das jedoch nur bedingt. Daher ist die Zugabe der optimalen Düngermenge wichtig, um die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzenart zu stillen. Die richtige Düngermenge ist dabei abhängig von den Nährstoffansprüchen der jeweiligen Pflanzenart.
Unterschieden werden die folgenden drei Pflanzengruppen, bei denen die Stickstoffmenge zugrunde gelegt wird, die die Pflanze bis zur Ernte vebraucht:
 

PflanzengruppeStickstoff / m²Stickstoff / 10 l Erde
Schwachzehrer4-7 Gramm1-3 Gramm
Mittelzehrer7-10 Gramm3-6 Gramm
Starkzehrer10-14 Gramm6-9 Gramm


Zu den Starkzehrern gehören beispielsweise Tomaten, Kartoffeln, Chili und Paprika. Mittelzehrer sind die Rote Bete, Möhre sowie die meisten Salate. Zu den Schwachzehrern zählen die meisten Kräuter sowie Radieschen, Bohnen und Erbsen.

März: Salate richtig anpflanzen

Auf der Fensterbank vorgezogene Kopf-, Pflück- und Schnittsalate oder gekaufte Jungpflanzen können Sie nach der Frostperiode ab Mitte März auspflanzen. Als Behälter können auf dem Balkon Weidenboxen, Gemüsebeet-Taschen oder klassisch die Blumentöpfe dienen. Der Abstand zwischen den kleinen Salatpflanzen sollte in größeren Töpfen mindestens 20 Zentimeter betragen. Den Kopfsalat können Sie bereits acht Wochen nach dem Auspflanzen ernten.

April: Lockern und Jäten

Lockern Sie die Erde in den Pflanzgefäßen aller Anbauvarianten mit einer kleinen Handharke oder einer Blumengabel in regelmäßigen Abständen. Damit sorgen Sie für eine gute Bodendurchlüftung, die dabei hilft, die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten. Die beste Zeit zum Auflockern der Erde ist übrigens der Abend, wenn die Erde nach dem Gießen oberflächlich getrocknet ist.
 

Unkrautpflanzen, die Ihnen beim Lockern der Erde auffallen, sollten Sie möglichst rasch entfernen. Obwohl in der Blumenerde wenig bis gar keine Unkrautsamen vorhanden sind, finden einige Wildkräuter durch den Wind oder Vögel dann doch ihren Weg auf den Balkon. Unkräuter sind schnellwüchsig und für junge Gemüsepflanzen eine starke Konkurrenz beim Kampf um Wasser, Platz und wichtige Nährstoffe.

Mai: Umweltfreundliche Schneckenabwehr

Es ist nicht auszuschließen, dass Schneckeneier, zum Beispiel durch Vögel oder zugekaufte Pflanzen, in die Beete gelangen. Besonders Nacktschnecken können großen Schaden bei Gemüsepflanzen anrichten - in Nullkommanichts haben sie ganze Pflanzen vertilgt.
 

Einzelne Schnecken können Sie einfach von den Pflanzen abnehmen. Damit Sie nicht zu lange mit der Suche verbringen müssen, können Sie den Schnecken Verstecke "anbieten", aus denen Sie die Tiere dann absammeln können. Kleine Holzlatten, alte Dachziegel oder Orangenschalenhälften zwischen den Pflanzen eignen sich hervorragend. Der beste Zeitpunkt zum Schneckensammeln ist nach einem warmen Regen früh morgens oder spät abends.

Juni: Die optimale Tomatenpflege

Tomatenpflanzen fühlen sich in großen Kübeln mit mindestens zehn Liter Volumen wohl. Setzen Sie die Pflanzen möglichst tief in die Erde, damit sie die nötige Standfestigkeit bekommen und sich gut mit Nährstoffen aus der Erde versorgen können. Da Tomaten Starkzehrer (siehe Tipps im Februar) sind, benötigen sie viele Nährstoffe.
 

Stecken Sie außerdem einen Stab in die Erde oder befestigen Sie eine Schnur am Kübel, die der Tomatenpflanze genügend Halt gibt. Junge Nebentriebe sollten Sie aus den Blattachseln herausbrechen. So stellen Sie sicher, dass der Haupttrieb von allen Seiten genügend Sonne bekommt.
 

Weiterhin sollten Sie Pflanzenblätter in Nähe des Bodens entfernen, damit diese nicht nass werden und zur Fruchtfäule führen. Gießen Sie also niemals über die gesamte Pflanze, sondern gießen Sie Wasser nur von unten in den Topf hinein.

Juli: Kräuterstecklinge nehmen

Mehrjährige Kräuter mit verholzenden Trieben wie Thymian, Lavendel (siehe Foto) oder Rosmarin, können Sie im Sommer durch Stecklinge vermehren:
 

  1. Schneiden Sie dazu mit einer Schere etwa zehn Zentimeter lange Triebspitzen der Pflanze ab.
  2. Die untersten Blätter würden in der Erde faulen, daher streifen Sie diese vorsichtig mit den Fingern ab.
  3. Drücken Sie mit einem Pikierstab ein kleines Loch in die Aussaaterde des Topfes, in das Sie dann den Steckling setzen.
  4. Gießen Sie den Steckling mit einer Ballbrause an und stellen Sie den Topf an einem hellen Ort auf der Fensterbank auf, damit das Pflänzchen schnell neue Wurzeln bildet.
    Tipp: Ziehen Sie in den ersten Tagen eine durchsichtige Plastktüte über en Topf des Stecklings, damit die Luftfeuchtigkeit hoch bleibt.

August: Erdbeer Ableger nehmen

Erdbeeren kann man nie genug haben! Um Ihre Erdbeerernte zu steigern, können Sie auch von diesen Pflanzen kleine Ableger nehmen. Erdbeerpflanzen bilden im Laufe des Sommers lange Ableger, an deren Spitzen kleine Tochterpflanzen, sogenannte Kindel, wachsen.
 

  1. Wählen Sie an jedem Trieb ertragsstarken Stauden den Ableger aus, der der Mutterpflanze am nächsten ist. Er sollte schön entwickelte Blätter besitzen, aber nicht zu fest im Boden vergewurzelt sein.
  2. Heben Sie den Ableger zunächst vorsichtig aus der Erde und setzen Sie diesen dann in einen neuen kleinen Topf.
  3. Fixieren Sie eine Tochterpflanze mit einer Drahtkampe in einem kleinen Topf.
  4. Die kleinen Erdbeerpflanzen werden jetzt einige Wochen wie die "Großen" gepflegt.
  5. Regelmäßig gießen, denn in den kleinen Töpfen trocknet die Erde schneller aus.
  6. Wenn die Pflanzen neue Blätter bilden, ist das ein Zeichen, dass sie eingewurzelt sind. Sie werden nun von der Mutterpflanze getrennt.

September: Gemüse richtig lagern

Am besten schmeckt Gemüse frisch aus dem Beet, doch meist ist die Ernte üppiger, als man sofort verbrauchen kann. Nicht jede Gemüsesorte muss direkt nach der Ernte verarbeitet oder eingefroren werden. Vieles können Sie auch mehrere Wochen und Monate lagern.
 

Möhren, Rote Bete und Pastinaken können Sie entweder im kühlen Keller oder im Kühlschrank mehrere Wochen lagern. Von den Möhren sollten zuvor die Blätter entfernt werden, damit Sie schön knackig bleiben.
 

Lagern Sie Wurzel- und Knollengemüse schichtweise in Holzkisten mit feuchtem Sand. Kohlköpfe, Chinakohl und Endivien bleiben am längsten frisch, wenn Sie die Köpfe mit Hüllblättern einzeln in Packpapier einschlagen und aufrecht in Holzkisten lagern. Kartoffeln können Sie in großen Holzkisten aufbewahren, sie benötigen Dunkelheit und niedrige Temperaturen.

Oktober: Salate ernten

Im Oktober ist der Herbst zwar angekommen und das Leben aus der Natur zieht sich langsam zurück, doch zu ernten gibt es in diesem Monat noch jede Menge. Schnittsalat und Asia-Salate können Sie nun zum Beispiel komplett abschneiden, da diese Sorten nicht mehr durchtreiben.
 

Endivienblätter sollten Sie mindestens eine Woche vor der Ernte zusammenbinden. So werden die inneren Blätter gebleicht und schmecken nicht ganz so bitter.

November: Schutz vor Winterfrost

Immergrüne Kräuter brauchen einen Frostschutz. Rücken Sie dafür die Kräuter dicht an die Hauswand des Balkons heran. Damit verhindern Sie, dass kalte Ostwinde die Pflanzen austrocknen. Wenn Sie mögen, decken Sie die Kräuter zusätzlich mit Reisig oder einem Vlies ab, um sie vor der Kälte zu schützen. Mediterrane Topfkräuter überstehen den Winter draußen auch besser, wenn sie mit einer dicken Schicht Laub "eingepackt" werden.

Dezember: Im Winter richtig gießen

Kommt der Winter mit seinen eisigen Temperaturen, bleibt die Gießkanne meist in der hinteren Ecke des Balkons stehen. Doch auch im Winter müssen immergrüne Pflanzen gegossen werden! Die Pflanzen verbrauchen im Winter zwar wesentlich weniger Energie, doch Schnee und Eis bleiben meist auf der Erde liegen und erreichen nicht die Wurzeln. Hinzu kommt, dass Sonnenstrahlen das vorhandene Wasser in den Pflanzen verdunsten lassen.
 

Fühlen Sie deshalb einmal pro Woche, ob die Erde im Topf noch feucht ist. Sollte sich die Erde auch unter der obersten Erdschicht trocken anfühlen, geben Sie etwas Wasser in die Erde. Bei einer zu großen Wassermenge läuft das Wasser in den Topfuntersetzer durch. Dann sollten Sie das Wasser abgießen, damit es nicht gefriert und das Eis die Wurzeln schädigt.
 

Eis bildet sich meist über Nacht, wenn die Temperaturen noch weiter sinken. Daher sollten Sie Ihre Pflanzen am besten tagsüber gießen, wenn die Temperaturen am höchsten sind. An besonders frostigen Tagen sollten Sie das Gießen hingegen ganz vermeiden.

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