Ernährungstrend Teff: Biologisch top, ethisch flop?

Das glutenfreie Urgetreide Teff verkauft sich gut in Bioläden. Das von Dürren gebeutelte Herkunftsland Äthiopien bekommt die Folgen zu spüren
Teff Getreide Samen

Seit über 3000 Jahren ist Injera ihr Grundnahrungsmittel: Morgens, mittags und abends reißen Äthiopier Fetzen aus den sauren Fladen, tunken sie in Pasten und Saucen. Ohne Teff, die Grundzutat für Injera, ist die Ernährung der rund 104 Millionen Bewohner des Landes am Horn von Afrika kaum denkbar.

Nun entwickeln auch ernährungsbewusste Menschen im reichen Westen Appetit auf die winzigen Getreidekörner. Die enthalten kein Gluten, dafür viel Protein und Kalzium und passen so perfekt in den aktuellen Ernährungstrend. Von 2012 bis 2015 haben sich die Importe von Nischen-Getreide wie Amaranth und Teff in die EU fast verdoppelt. Die weltweite Nachfrage nach glutenfreien Lebensmitteln könnte bis 2020 um zehn Prozent jährlich wachsen.

Das Problem: Äthiopien erlebt gerade eine schwere Dürre. Die Regierung hatte Teff-Exporte deshalb zunächst verboten, sie befürchtete einen drastischen Preisanstieg wie bei Quinoa, dem Exportschlager aus den Anden. Nun versucht das Land eine vorsichtige Marktöffnung: Seit 2015 dürfen 48 Produzenten exportieren – solange ihre Verkäufe die Versorgung der eigenen Bevölkerung nicht gefährden.

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