Klimadebatte Zehn Klima-Mythen – und die Fakten

Gibt es den Klimawandel überhaupt? Wie aussagekräftig sind Modelle? Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel werden immer wieder in Zweifel gezogen. Grundlos, wie der Faktencheck der Seite Klimafakten.de zeigt
Zehn Klima-Mythen – und die Fakten

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1. "Es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel"

Behauptung: Es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens darüber, dass die Freisetzung von Kohlendioxid, Methan oder anderen Treibhausgasen durch den Menschen derzeit oder in absehbarer Zeit eine katastrophale Erwärmung der Erdatmosphäre bewirken wird.

Fakt ist: Über 90 Prozent der Klimaforscher sind überzeugt, dass maßgeblich der Mensch den Klimawandel verursacht. Es ist wissenschaftlich gesichert und gut belegt, dass der Mensch Hauptverursacher der bereits laufenden globalen Erwärmung ist. Diesem Konsens stimmen Wissenschafts-Akademien aus 80 Ländern zu, außerdem viele weitere wissenschaftliche Organisationen und – laut mehrerer Studien – rund 97 Prozent der Klimawissenschaftler.

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2. "Wegen sinkender Sonnenaktivität wird der Klimawandel demnächst pausieren"

Behauptung: "Schon in wenigen Jahren wird die Sonne in eine Ruhephase eintreten – zu rechnen ist mit einer ‚kalten Sonne’. Die nächsten Jahrzehnte werden deshalb eher zu einer leichten Abkühlung der Erde führen als zu einer weiteren Erwärmung.“

Fakt ist: Selbst wenn die Sonnenaktivität zurückgehen sollte, wären die Folgen für die Erderwärmung marginal. Unter Wissenschaftlern ist umstritten, wie verlässlich sich die künftige Aktivität der Sonne überhaupt vorhersagen lässt. Aber selbst wenn die Sonne demnächst in eine Phase extrem niedriger Aktivität einträte (vergleichbar mit dem sogenannten Maunder-Minimum), würde dadurch nur ein sehr kleiner Teil der Erderwärmung ausgeglichen, die der Mensch durch seine Treibhausgasemissionen verursacht.

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3. "Es gibt viele mögliche Gründe für die derzeitige Erderwärmung"

Behauptung: Das Klima hat sich immer schon geändert, lange bevor es den Menschen gab. Daher muss es andere Faktoren geben, die die derzeitige Erwärmung verursachen. Kohlendioxid wird von der Wissenschaft als Ursache für den Klimawandel vorgeschoben, weil sie andere Faktoren wie Veränderungen der Sonnenaktivität  oder der kosmischen Strahlung bisher nicht versteht.  

Fakt ist: Nur menschengemachte Emissionen von Treibhausgasen, etwa aus der Verbrennung fossiler Energieträger, können den derzeitigen Klimawandel erklären. Es gibt tatsächlich viele Faktoren, die Auswirkungen auf das globale Klima und das Klima in der Vergangenheit beeinflusst haben, z.B. die Sonne, Vulkane oder die Erdumlaufbahn. Schaut man sich jedoch das Muster der gegenwärtigen Erderwärmung genau an, deutet alles auf menschengemachte Treibhausgase als Ursache hin. Jedenfalls kann – basierend auf dem derzeitigen Wissen über die physikalischen Prozesse im Klimasystem der Erde – kein anderer Faktor den Temperaturanstieg der vergangenen Jahrzehnte erklären.

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4. "Die Anfälligkeit des Klimas für Veränderungen wird überschätzt"

Behauptung: „CO2 in der Atmosphäre löst neben der Erwärmung auch Effekte aus, die den Klimawandel mindern. Deshalb führt eine Verdoppelung der CO2-Konzentration gerade mal zu einer Erwärmung um ein einziges harmloses Grad Fahrenheit statt der sechs, die der IPCC erwartet.“

Fakt ist: Es gibt viele Hinweise darauf, dass Erwärmungstrends im Klimasystem sich selbst verstärken können. Die mit erhöhtem CO2 einher­gehende Erwärmung der Atmosphäre führt zu vielen Rückkopplungseffekten, einige  davon bremsen die Erwärmung. Doch in der Summe dominieren die verstärkenden Rückkopplungen. Dies folgt beispielsweise aus einer Analyse der Klimageschichte der Erde, aber auch aus  Experimenten mit Klima-Modellen. Das Klimasystem reagiert daher empfindlich auf Kohlendioxid-Emissionen – die sogenannte „Klimasensitivität“ ist größer als der reine CO2-Effekt.

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5. "Klimamodelle sind nicht verlässlich"

Behauptung: "Klimamodelle sind unzuverlässig, für verlässliche Prognosen oder gar weitreichende politische Entscheidungen sind sie jedenfalls unbrauchbar."

Fakt ist: Computermodelle können das Klimasystem Erde mittlerweile gut simulieren. Bei der Modellierung des Klimasystems hat die Forschung in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Trotz einiger Unschärfen gelingt es dank komplexer Modelle und leistungsfähiger Computer längst, bisherige Klimaentwicklungen verlässlich zu rekonstruieren und künftige Entwicklungen zu projizieren. Die Qualität der Modelle zeigt sich zum Beispiel, wenn man einstige Vorhersagen mit der später beobachteten Realität vergleicht.

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6. "Der IPCC betreibt Panikmache"

Behauptung: „Der sogenannte Weltklimarat wurde mit dem Ziel gegründet, Beweise für die Theorie von der menschengemachten Erderwärmung zu finden. Damit waren alternative Forschungsansätze von vornherein ausgeschlossen. So ist es auch kein Wunder, dass der IPCC den Klimawandel ständig übertreibt.“

Fakt ist: Ziel des IPCC ist eine neutrale Zusammenfassung des Forschungsstands, und mehrfach wurde dabei der Klimawandel unterschätzt. Die IPCC-Hauptautoren sind hunderte ausgewiesene Experten ihres Fachs und haben die Weisung, einen unbedingt verlässlichen Überblick über die aktuelle Fachliteratur zu bieten. Entsprechend sind die Schlussfolgerungen der IPCC-Berichte eher konservativ verfasst. Vergleicht man ältere Veröffentlichungen des IPCC mit der später eingetretenen Realität, so zeigt sich, dass wichtige Aspekte des Klimawandels schneller und stärker ablaufen, als dies vom IPCC prognostiziert worden war. Von ständigem Übertreiben kann daher keine Rede sein.

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7. "Die Erderwärmung wird Deutschland kaum Probleme bereiten"

Behauptung: "Die Folgen der Erderwärmung für Deutschland sind nicht sehr schlimm – und einige sogar positiv. Es wird hierzulande kein Klima geben, mit dem Menschen nicht schon heute irgendwo auf der Welt konfrontiert sind. Deutschland wird die Folgen jedenfalls gut bewältigen – auf teure Klimaschutzmaßnahmen, die Wirtschaft und Wohlstand bedrohen, sollten wir deshalb verzichten."

Fakt ist: Auch Deutschland muss sich auf durchaus gravierende Folgen der Erderwärmung einstellen. Ein Verzicht auf Klimaschutz würde die Kosten dafür drastisch erhöhen. Schon heute sind hierzulande erste Folgen des Klimawandels spürbar, und die Projektionen sind klar: Vor allem im Winter wird wärmer, Wetterextreme werden wahrscheinlich zunehmen. Die Folgen einer fortschreitenden Erderwärmung werden auch hierzulande gravierend sein, aber für ein wohlhabendes Land wie Deutschland vermutlich beherrschbar bleiben. Doch dies taugt nicht als Argument gegen Klimaschutz: Denn die nötigen Anpassungsmaßnahmen werden umso teurer, je weiter der menschliche Treibhausgasausstoß und damit die Erdtemperaturen wachsen. Und in vielen anderen Staaten weltweit bedroht der Klimawandel Menschen unmittelbar an Leib und Leben.

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8. "CO2 ist ein Pflanzendünger und kein Schadstoff"

Behauptung: Das CO2 in der Atmosphäre ist Voraussetzung für alles Leben auf der Erde. CO2 ist kein Schadstoff: Mehr Kohlendioxid bedeutet, dass Pflanzen besser wachsen und Ernten ertragreicher sind.

Fakt ist: Ein Düngeeffekt von CO2 aufs Pflanzenwachstum in der Landwirtschaft wird von negativen Auswirkungen der Erderwärmung mehr als wettgemacht. Etwaige Düngeeffekte durch höhere CO2-Konzentrationen sind längerfristig gering oder null, da die Wirkung anderer für das Wachstum entscheidende Faktoren stärker ist. Mit weiter zunehmenden Kohlendioxid-Werten werden die negativen Effekte des Klimawandels für die Landwirtschaft in vielen Regionen überwiegen. Beispielsweise warnen Forscher, mehr CO2 in der Luft lasse den Eiweißgehalt von Weizen sinken - und damit die Güte des daraus gebackenen Brots.

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9. "Tiere und Pflanzen werden sich an den Klimawandel anpassen"

Behauptung: Seit es die Erde gibt, hat sich das Klima auf ihr immer wieder geändert. Sich daran anzupassen, ist für Tiere und Pflanzen im Laufe der Evolution geradezu eine Routineangelegenheit geworden.

Fakt ist: Der menschengemachte Klimawandel verläuft viel zu schnell, als dass sich die Natur daran einfach anpassen könnte. Zahlreiche Fälle, in denen in der Erdgeschichte Tier- oder Pflanzenarten ausstarben, standen in engem Zusammenhang mit Klimaveränderungen. Weil der gegenwärtige Klimawandel viel schneller verläuft als frühere, ist im Laufe des Jahrhunderts mit besonders schweren Folgen für Fauna und Flora zu rechnen: Die Erde erwärmt sich so rasant, dass sich Arten kaum auf die übliche Weise anpassen können. Zum Beispiel verschieben sich die optimalen Lebensräume infolge der Erwärmung schneller polwärts, als viele Tiere oder Pflanzen wandern können.

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10. "Klimaschutz ist zu schwierig und viel zu teuer"

Behauptung: "Niemand kann darlegen, wie wir unsere Emissionen um vier Fünftel verringern können, ohne unsere Wirtschaft zu ruinieren. Dieses Vorhaben grenzt umso mehr an Wahnsinn, als eine solche Donquichotterie die rasch ansteigenden CO2-Emissionen der Erde gar nicht aufhalten könnte, die seit 1990 bereits um 40 Prozent zugenommen haben. Es gibt keine Möglichkeit, eine Verdopplung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2100 zu verhindern."

Fakt ist: Die für den Klimaschutz nötigen Technologien gibt es längst, und ihre Kosten sind moderat. Zahlreiche Untersuchungen haben ergeben, dass die menschengemachten Treibhausgasemissionen mit bereits heute verfügbaren Technologien drastisch reduziert werden könnten – und dass dies ohne bedeutende Beeinträchtigungen der Wirtschaft möglich ist. Langfristig liegen die Kosten des Klimaschutzes deutlich unter denen, die eine ungebremste Erderwärmung zur Folge hätte.

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