Fleischproduktion Zahlen, bitte!

Wo werden wie viele Tiere geschlachtet? Wie viele Medikamente werden verabreicht? Wer zahlt welchen Preis dafür?
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ANTIBIOTIKA setzten deutsche Mäster "pro Kilogramm behandelter Biomasse" 2013 ein. Mehr von diesen Wirkstoffen verbrauchten in der EU nur ihre spanischen, italienischen und zyprischen Kollegen. In Dänemark kommen die Tierhalter mit 42 Milligramm aus.

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DER BAUERN UND TIERÄRZTE, die in Mastställen direkten Kontakt zu keimbelasteten Hühnern, Rindern oder Schweinen haben, tragen die entsprechenden Erreger auch selbst in sich. Gefährliche Bakterien wechseln offenbar mühelos zwischen Mensch und Tier.

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KOSTETEN DEUTSCHE BRATHÄHNCHEN, 1,4 Kilogramm, Ende August beim Discounter. Mäster, die bei solchen Preisen noch verdienen wollen, pferchen oft Zehntausende Tiere zusammen. Massentierhaltung in diesem Maßstab setzt auf Antibiotika.

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DER HÄHNCHEN in den Ställen Nordrhein-Westfalens erhielten einer Studie zufolge in ihrem nur wenige Wochen währenden Leben Antibiotika – und zwar teilweise bis zu acht verschiedene Wirkstoffe.

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SCHWEINE werden hierzulande pro Jahr geschlachtet – Deutschland ist damit der größte Produzent in Europa; beim Rindfleisch der zweitgrößte, nach Frankreich. 2012 waren 28.000 Menschen in Deutschland im Bereich „Schlachtung“ beschäftigt – in vielen Fällen zu Billigkonditionen.

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KONZERNE WELTWEIT forschen noch nach neuen Antibiotika – die wegen der um sich greifenden Resistenzen so dringend benötigt würden. 1990 waren es noch 18. Die Entwicklung von Antibiotika kommt zum Erliegen, weil sie den großen Unternehmen nicht mehr genug Gewinne verspricht.

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RINDER, 70.000 Schweine, zwölf Millionen Vögel lässt der brasilianische JBS-Konzern täglich töten. Er ist der größte Fleischproduzent der Welt und liefert in 150 Länder.

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DES WACHSTUMS im Fleischsektor werden in den kommenden Jahren auf die asiatischen Boomländer entfallen. Der Verbrauch in den USA und Europa ist rückläufig. Seit 2012 ist Indien mit 25 Prozent des auf dem Weltmarkt gehandelten Rindfleischs der größte Exporteur, knapp vor Brasilien, wenn man Büffel mitzählt.

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TAGESDOSEN Antibiotika pro 1000 Einwohner werden in Griechenland durchschnittlich an Patienten verabreicht: europäischer Spitzenwert. In Italien sind es 26 bis 30 Tages- dosen, in Deutschland 11 bis 15.

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DER PROBEN VON METTPRODUKTEN, die 2014 zu Testzwecken in Supermärkten, bei Discountern und Bäckern in deutschen Städten gekauft wurden, enthielten Keime, die gegen Antibiotika resistent sind.

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ANTIBIOTIKA wurden dem Hähnchenfutter in den Ställen des chinesischen Marktführers Liuhe beigemengt, um das Wachstum der Tiere zu beschleunigen. Die Hähnchen wuchsen binnen 40 Tagen von 30 Gramm auf 2,5 Kilogramm an. Als das chinesische Staatsfernsehen den Skandal aufdeckte, war Liuhe einer der Hauptlieferanten der Fast-Food-Kette „Kentucky Fried Chicken“ – die dann ein neues Kontrollsystem installierte.