Vegane Ernährung Bluttriefender Veggieburger

Mit ethisch einwandfreiem Fleisch aus pflanzlichem "Blut" will ein kalifornisches Startup den Fleischmarkt aufmischen
Bluttriefender Veggieburger

Richtig blutig, ethisch korrekt: Veggieburger von Impossible Foods

Dass der weltweite Fleischkonsum mitverantwortlich ist für massenhaftes Tierleid, Klimawandel und Regenwaldabholzung, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Nachhaltiger und ethisch besser vertretbar sind Alternativen, etwa Sojaprodukte. Doch auch wenn sich auf diesem Markt in den vergangen Jahren viel getan hat: Nicht alle dieser Produkte vermögen Veggies und solche, die es werden wollen, zu überzeugen. Geschmack und Textur lassen oft zu wünschen übrig.

Seit einigen Jahren versuchen Forscher sich daher an Kulturen mit lebenden Zellen – Fleisch ohne Gehirn und Schmerzempfinden, sozusagen. Ein Stammzellen-Burger, der im vergangenen Jahr in London vorgestellt und öffentlich verkostet wurde, erreichte zwar gute Geschmacksnoten. Doch bis er am Imbiss um die Ecke zwischen Brötchenhälften landet, dürfte noch viel Zeit ins Land gehen. Seine Herstellung kostete umgerechnet rund 260.000 Euro.

Einen ganz anderen Weg, sich dem Aussehen und dem Geschmack von echtem Fleisch anzunähern, schlug der Biologe und Mediziner Patrick Brown ein. Er experimentiert mit Häm, dem eisenhaltigen Farbstoff, der unser Blut rot färbt, aber auch in bestimmten Hülsenfrüchten vorkommt. Das Häm b lässt sich aus dem Protein Leghämoglobin dieser Pflanzen extrahieren und weiterverarbeiten. Angereichert mit weiteren pflanzlichen Ingredienzien, sorgt das "pflanzliche Blut" nach Auskunft von Brown nicht nur für eine realistische Farbe, sondern auch für einen authentischen Fleischgeschmack.

"Tausende von Jahren haben waren Tiere unsere Technologie, um Pflanzen in Fleisch, Milch und Eier umzuwandeln. Jetzt haben wir einen besseren Weg gefunden", wirbt Brown auf seiner Homepage impossiblefoods.com. Er kann nun mit einem Burger aufwarten, der vielleicht sogar eingefleischte Karnivoren überzeugt. Wenn auch vorerst nur die besser verdienenden. Denn sein Burger kostet immer noch umgerechnet knapp 16 Euro.

Die Homepage des Unternehmens
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