Island Warum Island auf Tomaten setzt

Seit über 90 Jahren heizen die Isländer ihre Gewächshäuser mit Energie aus dem Erdinneren. Internationale Investoren wollen nun Tausende Tonnen Tomaten für den Export produzieren
Beleuchtete Gewächshäuser, mit Erdwärme beheizt

Seit die Isländer ihre Gewächshäuser mit Erdwärme heizen, können sie dort sogar Bananen ernten

Nein, Island ist nicht der größte Bananenproduzent Europas, auch wenn das immer mal wieder behauptet wird. Rund 100 Bananenpflanzen wachsen auf der Insel aber doch – und das trotz durchschnittlicher Höchsttemperaturen von nur knapp 15 Grad im Sommer.

Der Grund dafür liegt unter der Erde Islands: Dort driften die tektonischen Platten Nordamerikas und Eurasiens auseinander; deshalb bebt ständig die Erde, und Vulkane und Geysire fördern Hitze aus dem Erdinneren an die Oberfläche. Mit dieser Erdwärme beheizen die Isländer bereits seit über 100 Jahren ihre Häuser.

Seit 1924 nutzen sie die Geothermie auch, um in Treibhäusern Gemüse anzubauen – und eben einige Hundert Kilogramm Bananen zu produzieren. Investoren wollen die Gewächshausbranche nun ausbauen und in Island Agrarprodukte für den Export erzeugen. So ist etwa ein 50.000 Quadratmeter großes Treibhaus geplant, in dem jährlich bis zu 5000 Tonnen Tomaten für britische Supermärkte angebaut werden sollen. Ein niederländisches Unternehmen möchte sogar Gewächshäuser auf 150.000 Quadratmetern errichten, um 13.500 Tonnen Tomaten im Jahr zu ernten.

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