Länger nutzen

Smartphones sind ein gutes Beispiel für Elektrogeräte, die viel länger genutzt werden könnten, als es tatsächlich der Fall ist. Weil ständig neue Modelle herauskommen, die noch mehr Funktionalität versprechen, und die man einfach haben muss. Doch in jedem Produkt stecken wertvolle Ressourcen (z. B. seltene Erden). Außerdem: Schadstoffe und Treibhausgase, die bei der Produktion und dem Transport von Elektrogeräten entstehen, belasten Umwelt und Klima. So lange nutzen, wie es geht, sollte also das Motto sein. Und beim Kauf auf langlebige Produkte achten, die gut reparierbar sind.

Studie: Einfluss der Nutzungsdauer von Produkten auf ihre Umweltwirkung

Auf die richtige Größe kommt es an

Fernsehbildschirme werden heute in einer Größe angeboten, dass viele Nutzer Mühe haben dürften, sich in ihrem Wohnzimmer in der richtigen Entfernung zu platzieren. Zwei Meter Bildschirmdiagonale sind nicht nur unpraktisch – sondern verbrauchen auch unnötig Strom. Ähnliches gilt für Kühlschrank, Waschmaschine und Co.

Kabel ist besser als Batterie

Wenn ihr die Wahl zwischen einem Gerät mit Netzbetrieb und einem mit Batterien oder Akkus habt: Entscheidet euch lieber für das kabelgebundene. Denn Batterien und Akkus verprechen zwar grenzenlose Mobilität, sind aber auch irgendwann erschöpft. Außerdem stecken in ihnen ebenfalls Ressourcen und Energie – und zwar (bei Batterien) 500 mal mehr, als sie später abgeben. Und das bisschen Energie ist dann auch noch mindestens 300 Mal teurer als der Strom aus dem Netz.

Achtet bei Geräten mit Akku darauf, dass der leicht austauschbar ist. So könnt ihr das Gerät länger nutzen, auch wenn der Akku schlappmacht.

Effizienzfortschritte nutzen

Neu kaufen lohnt sich vor allem, wenn Geräte in den vergangenen Jahren riesige Fortschritte bei der Energieeffizienz gemacht haben, also etwa bei Kühlschränken, Waschmaschinen und Umwälzpumpen. Auch hier gilt: Nicht größer kaufen als unbedingt notwendig. Denn sonst könnte es passieren, dass die Effizienzgewinne durch einen größenbedingten Mehrverbrauch zunichte gemacht werden.

Es werde LED-Licht!

Glühlampen sind von gestern. Denn sie wandeln nur rund fünf Prozent der elektrischen Energie in sichtbares Licht um. Besonders dort, wo du häufig und lange Licht benötigst, solltest du auf LED umrüsten. Die Anschaffungskosten machen sich schon nach wenigen Jahren bezahlt. Denn LED halten bis zu 25 Mal länger als herkömmliche Glühlampen – und sparen dabei 85 Prozent der Energie.

Achte allerdings darauf, dass du Kompaktleuchtstoffröhren („Energiesparlampen“) wegen des Quecksilberanteils im Sondermüll und LEDs wegen ihrer Elektronik als Elektroschrott entsorgst, wenn es so weit ist. Sammelstellen findest du unter lightcycle.de/verbraucher.

Auf das EU-Energieeffizienzlabel achten – und auf den Stromverbrauch

Im Prinzip bietet das EU-Energieeffizienzlabel eine gute Orientierung bei der Auswahl von Elektrogeräten. Links zeigt das Label die Effizienzklassen von rot (ineffizient) bis grün (effizient) und Buchstaben von G bis A an. Wer ein A+++-Gerät kauft, kann sich sicher sein, dass das Gerät elektrischen Strom so effizient wie möglich in Leistung umsetzt – nach dem heutigen Stand der Technik.

Allerdings sagt das Label nichts über den absoluten Stromverbrauch aus, wie Verbraucherzentralen kritisieren. Es werden nämlich immer nur Geräte bestimmter Produktklassen miteinander verglichen. Doch die Geräte, wie etwa Kühlschränke werden immer größer. Dass ein kleineres Gerät insgesamt weniger Strom verbraucht, auch wenn es möglicherweise weniger effizient arbeitet, verschweigt das EU-Label. Am besten schaut ihr euch also zusätzlich an, wie viel Strom das Gerät im Betrieb verbraucht.

Besonders empfehlenswert: Blauer Engel

Neben dem EU-Energieeffizienzlabel hilft auch der „Blaue Engel“, bzw. das entsprechende Logo bei der Kaufentscheidung. Denn er gibt nicht nur an, wie effizient das Gerät arbeitet. Sondern berücksichtigt zusätzlich, wie umweltfreundlich ein Produkt in der Gesamtbetrachtung ist. Und dazu gehört die Herstellung, die voraussichtliche Lebensdauer, die Reparaturfähigkeit und die Entsorgung, außerdem Gesundheits- und Arbeitsschutz und die Gebrauchstauglichkeit.

Mehr über den Blauen Engel: www.blauer-engel.de

So wenig Strahlung wie möglich

Wenn wir Elektrogeräte nutzen, machen wir uns oft nicht klar, dass wir uns mit möglichen Quellen von Elektrosmog umgeben. Auch wenn die Folgen für die menschliche Gesundheit umstritten sind, empfiehlt das Umweltbundesamt, bei Smartphones auf möglichst geringe elektromagnetische Strahlung zu achten (SAR-Wert kleiner 0,6 W/kg). Als besonders empfindlich gegenüber Elektrosmog gelten Babys (Babyphone!), Kinder und Heranwachsende.

Tschüß, Standby!

Geräte, die nur scheinbar aus sind, tatsächlich aber im Standby-Betrieb laufen, schlagen in deutschen Haushalten jährlich mit 50 Euro zu Buche – meist sind es Fernseher, DVD-Player, Stereo-Anlagen, Anrufbeantworter oder WLAN-Router. Letztere senden oft ununterbrochen, und das je nach Gerät mit einer Leistung von bis zu 20 Watt. Selbst bei durchschnittlichen sieben Watt sind das noch 60 Euro Stromkosten im Jahr. Achte also darauf, dass das neue Gerät sich leicht ausschalten lässt – und dann auch wirklich „aus“ ist. Abhilfe kann auch eine schaltbare Steckerleiste leisten.

Zum Schluss: Mal ehrlich - brauchst du das Gerät wirklich?

Zwischen 1990 und 2013 ist der Stromverbrauch von deutschen Haushalten um mehr als 18 Prozent gestiegen. Weil immer mehr Geräte unsere Küchen, Wohn- und Schlafzimmer bevölkern, die Strom schlucken. Und weil die Geräte immer größer werden. Also fragt euch als Erstes: Ist die elektrische Zahnbürste oder die vollautomatische Kaffeemaschine wirklich notwendig?

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