Sustainable Cities Index Das sind die nachhaltigsten Städte 2016

Zürich ist von 100 untersuchten Metropolen die nachhaltigste. Das ist das Ergebnis eines weltweiten Städtevergleichs
Zürich, Nachhaltig

Führend in puncto Klimaschutz: Zürich will die Pro-Kopf-Emissionen seiner Einwohner drastisch reduzieren

Zürich ist die nachhaltigste Stadt weltweit – gefolgt von Singapur, Stockholm, Wien und London. Das ist das Ergebnis einer Studie des Planungs- und Beratungsunternehmens Arcadis und des Londoner Wirtschaftsforschungsinstituts Centre for Economics and Business Research. Für den Sustainable Cities Index 2016 nahmen die Experten 100 Großstädte weltweit unter die Lupe.

Die eidgenössische Metropole führt das Ranking unter anderem wegen seines vorbildlichen öffentlichen Personennahverkehrs und seiner Bemühungen um den Klimaschutz. Zürich hat schon 2008 in einer Volksabstimmung beschlossen, den Energieverbrauch pro Einwohner bis 2050 auf 2000 Watt und seine Klimagas-Emissionen auf eine Tonne pro Person zu reduzieren.

Unter den zehn Erstplatzierten sind auch drei deutsche Metropolen. Frankfurt kommt in dem Ranking auf den sechsten Platz – vor Hamburg (8.), München (10.) und Berlin (17. Platz).

Hamburg kommt in der Unterkategorie "Menschen" sogar auf einen sehr guten dritten Platz – nach Seoul und Rotterdam. "Die Elbmetropole zählt weltweit zu den Städten mit der besten Lebensqualität", sagt Birgit Detig von Arcadis. "Die Lebenshaltungskosten sind immer noch deutlich geringer als in anderen Großstädten Europas. Außerdem bietet die Hansestadt mit ihren vielen Parks und Grünanlagen sowie mit Alster und Elbe sehr viel Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten mitten in der City."

Keine Metropole kann in allen Nachhaltigkeitsbereichen punkten

Das Ranking setzt sich zusammen aus den Ergebnissen in drei Bereichen: Im Bereich "Umwelt" wurden Daten zu Umweltrisiken, Energieverbrauch, erneuerbare Energien, zum Ressourcen-Management, zum Klimaschutz und zur Trinkwasserqualität verglichen. In die Bewertung des Bereichs "Menschen" flossen Daten zu Bildung, Gesundheit, Demografie, Kriminalität, Einkommensverteilung, Lebenshaltungskosten sowie Work-Life-Balance ein. Der Bereich "Wirtschaft" erfasste Kriterien wie Pro-Kopf-Einkommen, Erwerbstätigkeit und wirtschaftliche Stabilität. Grundlage waren Daten unter anderen von UN, WHO und Weltbank.

Die Studie macht deutlich, dass jede Stadt auch Defizite hat. Zürich etwa ist zwar führend im Bereich "Umwelt", kommt allerdings im Bereich "Menschen" nur auf den 27. Platz. Grund dafür sind vor allem die hohen Lebenshaltungskosten und eine schlechte Work-Life-Balance seiner Bewohner. "Der Index zeigt, dass alle Städte ihre Herausforderungen haben", sagt Detig. "Keine Stadt kann für sich in Anspruch nehmen, den Titel nachhaltigste Stadt in jedem Punkt komplett verdient zu haben."

Das untere Viertel des Index dominieren rasant wachsende Metropolen in Lateinamerika, Afrika und dem Mittleren Osten – mit erheblichen Defiziten in allen Bereichen der Nachhaltigkeit.

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