Ein Schimmer Hoffnung

Und es ward (ein wenig) Licht: Vater und Sohn schauen in die hellere Zukunft von Lui Pan Sone, einem Dorf in der Grenzregion zu Thailand. Einige der Fotos von Rubén Salgado Escudero zeigte GEO in der Ausgabe 2/2015

Mehr Sicherheit für Dorfbewohner

Die Ortsvorsteher von Inn Gaung tragen eines der Solarsysteme stolz durch ihre Gemeinde. Deren Bewohner sind nun nicht mehr auf Kerzen angewiesen, die teuer waren und Brände verursacht haben

Unabhängigkeit von Tageszeiten

Mehr Licht bedeutet für den 38-jährigen Fischer Ko Win Zaw Oo in Kayah-Staat: mehr Nahrung für seine Familie. Jetzt kann er schon vor Sonnenaufgang sein Boot klarmachen und eine Stunde eher ausfahren

Erleuchtung in langer Tropennacht

Bauer Mg Ko beginnt nun früher mit seiner Arbeit und führt die Tiere später in den Stall, wenn nach kurzer Dämmerung die lange Tropennacht hereinbricht

Mehr Zeit für Spiel

Mehr Zeit für eine Runde Chinlone: Dank der neuen Lampen können die Männer in Pa Dan Kho ihrem Sport nun nach Feierabend frönen. Das traditionelle Chinlone ist eine Mischung aus Fußball und Tanz, eine Choreografie, die ohne Gegner auskommt - aber nicht ohne Licht

Nur rund ein Viertel der Bevölkerung in Myanmar hat Zugang zu elektrischer Energie. In ländlichen Gegenden ist die Versorgung besonders schlecht. So haben von den insgesamt etwa 68.000 Dörfern des Landes nur rund 3000 eine Anbindung an das Stromnetz des Landes.

Damit die Menschen wenigstens elektrisches Licht nutzen können, versuchen NGOs, mit spendenfinanziertem Solarlicht zu helfen. Wie das bisschen Technik das Leben der Menschen verändert, dokumentiert der Fotograf Rubén Salgado Escudero in einem Foto-Projekt (siehe auch GEO Nr. 2/2015). Das brachte GEO-Leserin Karin Hohensinner aus Graz auf eine Idee ...

GEO.de: Frau Hohensinner, Sie wollen Dörfer in Myanmar mit Solarenergie erleuchten. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Karin Hohensinner: Ich habe beim Zahnarzt die Februar-Ausgabe von GEO durchgeblättert, und dabei sind mir die Fotos von Rubén Salgado Escudero ins Auge gefallen: schwarzgründig, mit erleuchteten Gesichtern, wie bei Caravaggio. Weil ich vorhabe, im Dezember selbst nach Myanmar zu reisen, wurde ich hellhörig. Nun hatte ich gelesen, dass die LED-Lampen plus Technik nur 100 US-Dollar oder umgerechnet 70 Euro kosten. Das ist ja fast nichts. Also habe ich beschlossen, aktiv zu werden, mit dem Fotografen Kontakt aufzunehmen, alle meine Facebook-Freunde zu mobilisieren und das Geld einfach mitzunehmen. Rubén war gleich offen für die Idee.

Warum ist Solarlicht so wichtig für die Menschen in Myanmar?

Es verändert ihre Lebensqualität - und auch das Bildungsniveau, etwa, weil Kinder länger Schulaufgaben machen können. Ärzte, Bauern und Händler können länger arbeiten. Daneben werden die Gefahren durch Feuer eingeschränkt. Und es gibt weniger Ruß durch Öllampen und Kerzen. Es ist einfach großartig, was man mit nur ein, zwei LED-Birnen pro Haushalt bewirken kann.

Sie haben sich dann entschieden, eine Crowdfunding-Aktion zu starten. Warum auf der Plattform indiegogo.com?

Ich hatte von dem Projekt eines New Yorker Fotografen gehört, der in sehr anrührenden Interviews Einwohner der Stadt porträtiert. Eines der Interviews, mit einem Schuljungen an einer Schule in einem sozialen Brennpunkt, führte schließlich zu einer indiegogo-Kampagne, bei der eine Million Dollar zusammenkamen - Geld, mit dem nun die Schule und die Schüler unterstützt werden. Das fand ich sehr beeindruckend.

Was ist das Ziel der Kampagne?

Wir haben uns vorgenommen, 25.000 US-Dollar zu sammeln – mit denen wir 250 Haushalte mit LED-Licht ausstatten könnten. Ein Set besteht aus einem Solar-Panel sowie fünf LED-Birnen oder vier Birnen plus ein Handy-Ladegerät. Die Leuchtdauer beträgt zwölf Stunden. Mit nur 70 Euro kann man also einen Haushalt mit einer Lichtquelle aus erneuerbarer Energie versorgen.

Wie werden die Haushalte ausgewählt, die mit Solarlicht ausgestattet werden sollen?

Die Auswahl der Dörfer, die Verteilung der Technik, die Einweisung und Wartung übernimmt die NGO Pact. Diese Organisation hilft den Menschen in Myanmar schon seit 1997 - unter anderem eben mit Solarprojekten. Bis 2020 soll eine Million Menschen mit Licht aus Sonnenenergie versorgt werden. Es ist geplant, immer ein ganzes Dorf auszustatten. Pro Haushalt rechnen wir fünf Personen, pro Dorf rund 70 bis 100 Häuser. Sollten wir mehr als die 25.000 US Dollar an Spenden erhalten, werden es eben noch mehr Haushalte, die wir mit Licht versorgen können.

Überall auf der Welt gibt es hilfsbedürftige Menschen. Warum Myanmar?

Ich habe auf einer Weltreise 2012 Vietnam, Laos und Kambodscha besucht und in manchen Dörfern erlebt, wie die Leute im Kerzenlicht oder bei offenem Feuer sitzen, und rundherum ist es stockfinster. Touristen aus dem Westen empfinden das zwar als romantisch, aber für die Menschen dort ist das auch gefährlich und gesundheitsschädlich. Mir wurde klar, wie gut es mir geht. Dass ich überall hinfahren und mir alles Mögliche leisten kann. So entstand der Wunsch, irgendwo zu helfen. Dass es nun Myanmar wurde, war reiner Zufall. Es hat einfach alles zusammengepasst.

Die Kampagne auf Indiegogo.com: www.indiegogo.com/projects/let-there-be-light-myanmar

Auf Facebook: www.facebook.com/lettherebelightmyanmar

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Startet eine Crowdfunding-Kampagne für Myanmar: Karin Hohensinner

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