Bedrohte Haustierrassen

Massentierhaltung und Monokulturen haben viele der robusten alten Haustierrassen verdrängt. Diese sterben aus, alle zwei Wochen eine. In Deutschland stehen 14 einheimische Rinderrassen auf der "Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen". Fotograf Gerhard Westrich porträtierte einige von ihnen

Sanfter Tourismus

Die sogenannte Sbrinz-Route führt auf historischen Saumpfaden über mehrere Pässe von der Zentralschweiz bis nach Domodossola in Italien. Über Jahrhunderte transportierten Säumer wertvolle Handelsgüter nach Italien. Als eine Form des sanften Tourismus soll die Wanderung auf sanierten Pfaden heute nachhaltige Wertschöpfung in abgelegene Täler bringen. Jedes Jahr machen sich bis zu dreißig Frauen und Männer auf diesen hundertfünfzig Kilometer langen Weg

Lampedusa in Hamburg

Mit ihrer Hoffnung auf eine bessere Zukunft, einem Dreimonatsvisum für die Schengen-Staaten und 500 Euro im Gepäck kommen im März 2013 dreihundert Männer aus Lampedusa nach Hamburg. Die meisten von ihnen stammen aus Ghana, Mali und der Elfenbeinküste. Die St. Pauli Kirche nimmt rund 80 Flüchtlinge auf. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer versorgen sie rund um die Uhr. Bevölkerung und Parteien setzen sich für die Rechte der Flüchtlinge ein damit sie in Deutschland bleiben dürfen. Der Konflikt ist bis heute nicht gelöst, viele der Flüchtlinge haben noch immer keine Perspektive.

Ein anderes Leben

In einem Holzhaus in Tartu leben Studenten, Kreative, Faulenzer und Eigenbrötler eine Utopie. Mitten in der europäischen Krise entdecken sie, dass ihr Modell des Zusammenlebens zukunftsträchtig ist. In Zeiten, wo viele darüber nachdenken, dass Besitz nicht das Wesentliche ist und Teilen sowie die Kommunikation mit anderen immer wichtiger werden, ist das Leben hier eine Alternative

Konfliktfreier Zinnabbau im Ostkongo

Ohne Zinnerz gäbe es keine Smartphones, Digitalkameras oder Laptops. Doch an dem Metall, das in Teilen aus dem Ostkongo stammt, klebt Blut. Der Fotograf Toby Binder dokumentierte ein Projekt für den Handel, das die lückenlose Rückverfolgbarkeit von Zinn bis zum Bergwerksstollen garantieren soll

Unterwegs für die Rechte der Frauen

Die afghanisch-stämmige Lela Ahmadzai fotografierte die Frauenrechtlerin Shinkai Karokhail. Sie ist afghanische Parlamentsabgeordnete und in Europa eine der beliebtesten Rednerinnen aus Afghanistan. Unermüdlich und oftmals unter Lebensgefahr setzt sie sich für die Rechte der Frauen in ihrem Land ein

Alternative Lebensform

Jenseits herkömmlicher Normen und Traditionen entwickeln die Bewohner einer Wagenburg in Potsdam individuelle Vorstellungen vom Leben, von der Zeit, vom Wert der Dinge. Man hilft sich, schaut nach dem anderen, kocht und arbeitet füreinander

Lambaréné

An den Ufern des Ogooué-Flusses gründete der deutsch-französische Arzt Albert Schweitzer das Krankenhaus von Lambaréné als Kompensation für das Leid, dass die europäische Kolonisation den Afrikanern zugefügt hatte. Heute ist es ein Krankenhaus mit fünf Klinikbereichen. Außerdem beherbergt es eine wichtige Forschungseinrichtung für tropische Krankheiten

Korbimkerei

In der norddeutschen Korbimkerei der Familie Winterhoff in Hermannsburg

werden die Bienenvölker noch traditionell in Körben gehalten. In der Heidelandschaft finden sie genug Nahrung. Der Bienenstand bietet Schutz

Das Friedensdorf und seine Kinder

Die Geschichte des Friedensdorfes International in Oberhausen beginnt 1967. Es wurde gegründet, weil Kinder in Konflikten überall auf der Welt unermessliches Leid erfahren und Bürger aus Oberhausen es lindern wollten. Über das Friedensdorf erhalten Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten eine medizinische Versorgung in Deutschland

Leben in Pudasjärvi

In Pudasjärvi, einer kleinen Stadt in Nordfinnland, leben mehr Rentiere als Menschen. Die einheimische Bevölkerung vergreist zunehmend - und besonders junge Leute ziehen weg. Aus diesem Grund hat die lokale Verwaltung festgelegt, dass einer von zehn Einwohnern ein Immigrant oder eine Immigrantin sein soll. Nach Pudasjärvi sind binnen dreier Jahre mehrere Familien aus dem Kongo gezogen, die zuvor 15 Jahre in Flüchtlingslagern verbracht hatten. Seit 2013 hat Laura Böök sie fotografisch begleitet