Aal (Anguilla anguilla)

Finger weg vom Aal, rät Greenpeace. Die Bestände sind weltweit gefährdet

Dornhai (Schillerlocke; Squalus acanthias)

Dornhai, besser bekannt als Schillerlocke, sollte nicht auf den Tisch kommen. Die Art ist durch jahrelange Überfischung massiv unter Druck

Dorade (Sparus aurata)

Die Dorade sollte nur sporadisch auf dem Teller landen - nämlich, wenn sie aus Naturland-zertifizierter Käfighaltung im Mittelmeer stammt

Kabeljau (Gadus macrocephalus)

Lieber nicht, rät Greenpeace. Ausnahmen: Atlantischer Kabeljau sollte aus dem Nordostatlantik stammen, Pazifischer Kabeljau aus dem Nordostpazifik

Pazifischer Lachs (Oncorhynchus kitsutch)

Pazifischer Lachs ist nur dann zu empfehlen, wenn er aus dem Nordwestpazifik stammt

Makrele (Scomber scombrus)

Auf Makrele sollten Sie ganz verzichten. Die Art ist weltweit überfischt

Pangasius (Pangasianodon hypophthalmus)

Dieser Fisch kann gegessen werden - wenn er aus extensiver, Naturland-zertifizierter Käfig- und Teichhaltung stammt

Seelachs (Pollachius virens)

Seelachs aus dem Nordostatlantik ist gerade noch vertretbar

Roter Thun (Thunnus thynnus)

Beim Thunfisch gibt es diverse Arten und Unterarten. Empfehlenswert sind nur Gelbflossenthunfisch aus dem Nordwest- und Nordostpazifik. Oder Bonito aus derselben Region

Zander (Sander lucioperca)

Zander sollte nur dann auf den Tisch kommen, wenn er aus europäischen Binnengewässern stammt

Dass viele Fischarten durch Überfischung selten geworden sind, ist schon länger bekannt. Laut offiziellen Daten der Welternährungsorganisation FAO müssen fast ein Drittel aller Speisefischbestände als überfischt oder erschöpft gelten.

Doch offenbar wurde das Ausmaß der Überfischung weltweit sogar noch erheblich unterschätzt. Das zeigt eine aktuelle US-amerikanische Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift "nature". Deren Autoren bemängeln, dass bei den offiziellen Angaben der Länder zu den Fangmengen werden nicht alle Arten der Fischerei erfasst werden - und ebenso wenig der Beifang.

"Die weltweite Fischerei entnimmt den Ozeanen ungefähr 50 Prozent mehr als bisher angenommen", fasst der Kieler Meeresforscher Rainer Froese die Ergebnisse der amerikanischen Studie im Interview mit Greenpeace zusammen.

Solche und andere Bewertungen sind in den aktualisierten Fischratgeber von Greenpeace eingeflossen. Bedenkenlos essbar ist demnach nur noch Karpfen. Fast alle anderen Fischarten sind nicht oder nur mit Einschränkungen zu empfehlen. Der Fischratgeber gibt für den Hering zwar grundsätzlich grünes Licht. Doch nur unter der Voraussetzung, dass er nicht im Nordost- oder Nordwestatlantik gefangen wurde.

Statistisch isst jeder Deutsche jährlich 14 Kilogramm Fisch. Greenpeace empfiehlt demgegenüber, "selten oder im Idealfall gar keinen Fisch" zu essen. Auch Rainer Froese rät zu Zurückhaltung: "Fisch sollte als Delikatesse betrachtet und behandelt werden. Also nur solche Fische kaufen, die aus gesunden Beständen kommen, und die so groß sind, dass sie sich vor dem Fang fortpflanzen konnten. Fischführer und Label helfen da bei der Kaufentscheidung."

Der Greenpeace-Fischratgeber

Fischeinkauf per App: Der Einkaufsratgeber fürs Smartphone

Hintergrundinformationen zum Einkaufsratgeber

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