Donnerstag, 8. Juni 2006

Alle zehn Minuten brechen rotglühende Teile vom Lavadom ab, die sich innerhalb von Sekunden in gespenstisch glühende Feuerwolken verwandeln - doch viele Einheimische leben immer noch in dieser Sperrzone

Um uns ein besseres Bild von der Lage zu machen, sind wir heute morgen um drei Uhr aufgestanden und mit dem Leiter des Vulkanobservatoriums nach Kaliurang gefahren, einem Beobachtungsposten im Süden des Vulkans. Von dieser Seite kann man alle zehn Minuten rotglühende Teile vom Lavadom abbrechen sehen, die sich innerhalb von Sekunden dann in

gespenstisch glühende Feuerwolken verwandeln, die dann mehrere Kilometer weit den dunklen Berghang hinuntergleiten. Und so wunderschön dieser Anblick auch ist, so erschreckend ist es, wie viele Menschen noch in dieser Sperrzone in nur sechs Kilometer Abstand vom Lavadom leben. Und das sogar in diesen Tagen, wo bereits mehrere Feuerwolken bewohntes Gebiet nur knapp verfehlt haben. Aber man kann die Leute eben auch nicht zwingen. Deshalb versuchen die Wissenschaftler vom Observatorium, die große Eruption so genau wie möglich vorherzusagen.

Den Rest des Tages verbrachten wir wieder in Babadan, im Nordwesten des Berges, wo wir noch letzte Einstellungen am Radar vorgenommen haben. Obwohl das Wetter sonnenklar war, war von unserer Seite heute nicht viel Aktivität zu sehen, da diese sich ja wie gesagt im Süden noch konzentriert. Einige Millimeter Asche bedecken nun wie ein grauer Schleier alle Pflanzen und Häuser in dieser Gegend. Falls der Ausbruch in den nächsten Tagen kommt, kann es sein, dass ich mich eine Weile lang nicht melden kann, bitte also keine Sorge. Das gefährlichste hier ist mit Abstand, einfach nur in Yogyakarta die Straße zu überqueren.

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Ein Dorf bei Babadan. Viele Menschen wollen trotz der Gefahr ihre Häuser nicht veralssen

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