Samstag, 10. Juni 2006

Die Lage am Merapi bleibt unverändert: Dicke Ascheschichten bedecken weite Flächen der Landschaft und die Beobachtungsstationen arbeiten weiterhin auf Hochtouren

Da unser Radargerät ja nun wieder zuverlässig läuft, hatte ich heute Zeit, einem Kollegen

von mir bei der Arbeit zu helfen. Matthias ist inzwischen wieder nach Hamburg geflogen, da

er Vorlesungen halten muss. Mein Kollege Joachim Wassermann von der Universität München

ist Experte für Vulkanseismik, d.h. die Erforschung von Vulkanischen Erdbeben. Er hat am

Merapi ein großes Netz von Seismometern installiert, die wichtige Informationen über

die Aktivität des Vulkans in Echtzeit an das Observatorium in Yogyakarta liefern. So kann man

zum Beispiel erkennen, ob und wie schnell Magma im Vulkan aufsteigt.

Wir sind den Tag über von Station zu Station gefahren und haben Geräte überprüft, die über den ganzen Berg verteilt sind. Selbstverständlich kann man sich im Moment nur zu den Geräten an ungefährlichen Stellen begeben, alles andere wäre akut lebensgefährlich. Zum Glück laufen die Geräte in der akuten Gefahrenzone, wie zum Beispiel direkt unterhalb des Doms jedoch einwandfrei.

Soweit ich das nach der Fahrt um den Vulkan beurteilen kann, sind alle Dörfer im Norden

und Nordwesten des Vulkans von einer dicken Schicht Asche bedeckt. Nachdem Joachims

Stationen alle gecheckt waren, fuhren wir noch einmal zum Beobachtungsposten Babadan, um dort die Lage zu beurteilen. Der Aschefall in Babadan hat sich durch die gestrige

Steigerung der Aktivität dramatisch erhöht, so dass nun alle unsere Geräte im Freien mit

einem halben Zentimeter bedeckt sind. Auch wenn die Asche den Geräten nichts anhaben kann, erzeugt sie doch eine sehr bedrückende Stimmung an diesem Ort.

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Die Aktivität am Vulkan Merapi: Aufsteigene Phoenixwolke nach einer Feuerwolke

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