Umwelt: Ein gutes Gift?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürwortet den Einsatz von DDT zur Bekämpfung der Malaria, obwohl der Versuch schon einmal gescheitert ist

Vor 40 bis 50 Jahren noch massenhaft als Insektengift eingesetzt, wurde DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) wegen seiner verheerenden Auswirkungen auf die Umwelt weitgehend verboten. Nun erfährt die gefährliche Substanz eine Renaissance. Die US-amerikanische Regierungsorganisation für Entwicklungshilfe (USAID) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) überdenken den Einsatz des Gifts angesichts steigender Zahlen von Malariafällen in der Dritten Welt neu und sprechen sich dafür aus, mit DDT die Innenwände von Gebäuden zu besprühen.

Doch bereits Ende der 1960er Jahre bildeten manche Malaria übertragende Mücken Resistenzen gegen das Mittel aus - und einige der Insekten "lernten" sogar, sich nicht mehr auf Innenwänden niederzulassen. Außerdem ist durch die Aufwertung des DDT zu befürchten, dass das Mittel mangels Kontrolle wieder illegal und in viel zu hohen Dosen als Pflanzenschutzmittel verwendet werden wird. Das Gift bedroht auch die männliche Fruchtbarkeit.

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