Astronomie: Marsstab 1 : 200000

Seit neuestem gibt es genaue topografische Karten für den Roten Planeten. Weitere sollen folgen

Bislang ist noch kein Heer von Touristen oder Forschern zu erwarten, das sich zu Fuß über die sandige und stark zerklüftete Marslandschaft quält. Doch der erste Schritt ist gemacht: "Wanderkarten" nennt die Europäische Weltraumbehörde ESA die topografischen Bilder des Roten Planeten, dessen Berge und Täler mithilfe der High Resolution Stereo Camera (HRSC) an Bord der Mars-Express-Sonde der ESA vermessen worden sind.

Die "Topographic Image Map Mars" ist im Standardmaßstab 1 : 200000 erstellt, begleitet von noch detaillierteren Abbildungen im Verhältnis 1 : 100000 und 1 : 50000. Der in Planquadrate aufgeteilten Karte sind die Namen von Bergen, Kratern oder Tälern zu entnehmen. Die Konturlinien beziehen sich in der Regel auf Abstände von 250 Metern. Um den gesamten Mars zu kartieren, dessen Durchmesser etwa halb so groß ist wie jener der Erde, müssten 10 372 Felder erfasst werden. Die aktuellen Abbildungen für den Kartenprototypen basieren auf Daten, die die Mars-Express-Sonde Anfang Oktober 2004 von der so genannten Iani-Chaos-Region erhoben hat – einer besonders unregelmäßigen, "chaotisch" gegliederten Landschaft. Federführend im Kartenprojekt ist ein Team um Gerhard Neukum von der Technischen Universität Berlin.

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